Vor 20 Jahren ging das Verwaltungsgebilde im Altmarkkreis Salzwedel auf

Kreis Klötze: Kind der DDR

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Landrat Michael Ziche kann sich noch gut an den vor 20 Jahren aufgelösten Kreis Klötze erinnern. Im Klötzer Kreishaus hat er das Verwaltungshandwerk gelernt, an den Verhandlungen im Vorfeld der Fusion nahm er als Hauptamtsleiter teil.

Klötze. Er war ein Kind der DDR und er überlebte den realexistierenden Sozialismus nur um vier Jahre. 611 Quadratkilometer Fläche, 28 000 Einwohner, 36 Städte und Gemeinden von Beetzendorf bis Oebisfelde – das war der Landkreis Klötze.

Heute erinnern nur die leerstehenden grauen Blöcke des Kreishauses an der Poppauer Straße, bis 1990 Rat des Kreises, an das Verwaltungsgebilde mit seinen gut 200 Mitarbeitern. Bei der Kreisgebietsreform vom 1. Juli 1994 ging es mit dem Altkreis Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel auf.

„Wir hatten gar keine Chance“, erinnert sich der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann, nach den ersten freien Wahlen 1990 Kreistagspräsident. Das Land wollte größere Verwaltungseinheiten. Der Kreis, der nicht einmal ein eigenes Wappen besaß, war der zweitkleinste in Sachsen-Anhalt. „Von der Effizienz her muss ich sagen, diese Kleinteiligkeit kostet viel Geld. Wir hatten alles dreifach“, sagt Mann in Hinblick auf die drei Kreisverwaltungen. „Auf die Dauer wäre das nicht zu halten gewesen.“

Bis auf das 2012 wiederbelebte KLZ-Kennzeichen, das erst nach der Wende eingeführt worden war, ist wenig geblieben vom Kreis Klötze. Die AZ hat sich auf die Spurensuche nach dem verschwundenen Landkreis begeben. Und sie hat mit Menschen gesprochen, die die letzten Jahre miterlebt und mitgestaltet haben. Zu Wort kommen neben Matthias Mann Ex-Oberkreisdirektor Klaus Ewertowski, Ex-Landrat Friedhelm Heinecke und der heutige Landrat Michael Ziche, damals Hauptamtsleiter in der Klötzer Kreisverwaltung.

Von Gerhard Sternitzke

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