Fichtensamen aus der Altmark helfen bei der Aufforstung

Klötzer Zapfen retten den Harz

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Auf der Fichtenplantage im Klötzer Forst gibt es durch die gezielte Anpflanzung optimale Bedingungen zum Ernten. So kann problemlos eine Hebebühne zum Einsatz kommen.

Klötze – Um die deutschen Wälder steht es nicht gut. Das ist nicht erst bekannt, seit es Friday for Future gibt, sondern schon in den 80er Jahren wurden die Rufe laut nach „Rettet den Wald“.

Der Harz mit seinen großen Fichtenbeständen macht da keine Ausnahme und hat durch seine Lage mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch Hilfe naht, und zwar aus Klötze in Form von Samenspenden.

500 Brockenfichten

Auf der sogenannten Gen-Erhaltungsplantage im Klötzer Forst wurden rund 500 Brockenfichten angebaut. 400 von ihnen werden derzeit beerntet, soll heißen, Mitarbeiter des Klötzer Forstamtes pflücken die Zapfen, aus denen dann die Samen für neue Fichten gewonnen werden. Aus diesen Samen werden im Harz dann neue Fichten angepflanzt, die den geschädigten Bestand ergänzen oder sogar ersetzen sollen.

Optimale Anpflanzung

Der Vorteil der Plantage in der Altmark liegt auf der Hand, erklärt Andreas Rechzygier vom Klötzer Forstamt. Die Fichten wurden optimal gepflanzt, sodass es leicht möglich ist, mit einer Hebebühne zwischen den einzelnen Bäumen herumzufahren, um die Zapfen problemlos zu pflücken. Auf der Klötzer Plantage steht die Generhaltung und Zapfen-ernte im Vordergrund.

Ein weiterer Vorteil der altmärkischen Fichtenzucht ist, dass sich ausschließlich diese Bäume untereinander selbst bestäuben, es gibt keinen Eintrag anderer Fichten. Das tun zwar auch die Bäume im Harz, doch was viele Menschen nicht wissen, im Harz breiten sich immer mehr Fichten anderer Herkünfte aus und verdrängen die eigentlich heimische Brockenfichte aus ihrem Revier.

Die ursprüngliche Fichte ist vor rund 6000 Jahren in den Harz eingewandert und hat sich an den Standort optimal angepasst. „Sie unterscheidet sich von den standortfremden zum Beispiel dadurch, dass sie im Frühjahr eher anfängt zu wachsen und früher wieder damit aufhört“, erklärt Andreas Rechzygier. Die Samen der Fichten aus Klötze können ihren Beitrag dazu leisten, den ursprünglichen Bestand der Brockenfichte zu erhalten. Denn der geschützte Anbau garantiert eine Ernte auch bei schlechten Witterungsverhältnissen, beispielsweise anhaltender Trockenheit.

Zapfen werden eingelagert

Bis es soweit ist, werden die in Klötze geernteten Zapfen erst mal eingelagert und später von der Landesdarre Sachsen-Anhalt in Annaburg abgeholt. Forstliches Saat- und Pflanzgut wird dort auf seine Qualität und Keimfähigkeit geprüft, sodass sichergestellt ist, dass aus den Klötzer Zapfen wirklich nur Samen der Brockenfichte gewonnen werden.

Zwei Wochen lang wird auf der Klötzer Plantage geerntet. Am Ende werden so geschätzt bis zu 2500 Kilo Zapfen zusammengekommen sein. Lediglich zwei Prozent des Gesamtgewichts entfallen auf die wertvollen Samen.

VON BIRGIT STEPHANI

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