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Klötzer Zahnarzt findet kein Personal und schließt

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Von: Monika Schmidt

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ein Zahnarzt hinter einem Behandlungsstuhl
Weil er kein Personal findet, muss der Klötzer Norbert Schulz seine Zahnarztpraxis schließen. © Monika Schmidt

Weil er kein Personal findet, muss Norbert Schulz aus Klötze seine Zahnarztpraxis Ende Juni schließen - schweren Herzens, denn er hätte gerne noch ein paar Jahre weiter praktiziert.

Klötze – Norbert Schulz ist mit Leib und Seele Zahnarzt. Und dennoch wird er seine Berufstätigkeit in wenigen Wochen aufgeben müssen.

Der Schritt fällt dem Klötzer schwer. „Ich hätte gerne noch weitergemacht“, sagt er im Gespräch mit der AZ. Schließlich ist er erst 65 Jahre alt, die Grenze für den Renteneintritt bei Zahnärzten ist auf 67 Jahre hochgesetzt worden. Auch einen Nachfolger hätte Schulz gerne in der Praxis eingearbeitet. Seit 1984 arbeitet Norbert Schulz, der aus Rohrberg stammt, als Zahnarzt in Klötze. Zuerst in der Poliklinik, nach der Wende machte er sich gemeinsam mit Petra Worringen an der Hagenstraße selbstständig. Als sich die Zahnärztin neue Räume suchte – inzwischen ist sie in Rente – übernahm Norbert Schulz die gesamten Räume. Er steckte viel Geld in die Ausstattung. „So ein Zahnarztstuhl kostet zwischen 30 000 und 40 000 Euro“, erzählt er. Und er steckte viel Zeit in die Suche nach einem Nachfolger. „Aber ich habe niemanden gefunden“, bedauert er.

Schon längerfristig wird er im Register der Zahnärzte geführt, die in Rente gehen wollen und Nachfolger suchen. Er ist der nicht einzige Zahnarzt im Altmarkkreis, der die Altersgrenze bald erreicht. Nicht nur in Klötze, auch in anderen Regionen geht die Zahl der Zahnärzte stark zurück, da kaum jemand einen Nachfolger findet. Norbert Schulz hätte einem Interessenten sogar die Ausstattung geschenkt. Aber auch das konnte keinen jungen Zahnarzt nach Klötze locken. Dass die Praxis nun schon Ende Juni eher als geplant schließen muss, liegt am fehlenden Personal. Die beiden Mitarbeiter von Norbert Schulz hatten ihrem Chef schon länger angekündigt, dass sie aufhören wollen. An sich kein Problem, dachte sich der Klötzer, und machte sich auf die Suche nach neuen Mitarbeitern. Zwei Zusagen bekam er, doch beide Bewerber sind noch vor Arbeits-antritt bzw. nach wenigen Tagen wieder abgesprungen. Der Zahnarzt wendete sich ans Arbeitsamt. Dort wurden ihm Bewerbungen angekündigt, die er nie erhalten hat. „Da ich weiß, am 30. Juni stehe ich alleine da, musste ich reagieren“, erklärt Norbert Schulz. Und traf die schwere Entscheidung, die Praxis zu schließen. „Mir tut das richtig weh“, sagt Norbert Schulz. „Ich könnte heulen“, gibt er zu. Weil sich kein Nachfolger gefunden hat, wird nun alles verschrottet – und kostet so noch einmal Geld.

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