„Es ist gewollt, die Bäder zu öffnen“

Klötzer Verwaltung prüft mehrere Optionen für nächste Freibadsaison

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Seit 7. September ist das Klötzer Waldbad geschlossen. Bürgermeister Uwe Bartels gibt sich zuversichtlich, dass es auch im kommenden Jahr wieder geöffnet wird, die Einwohner sind da eher skeptisch.

Klötze – „Was wird aus dem Waldbad in Klötze?“ Diese Frage richtete Alexander Kleine im Stadtrat direkt an Bürgermeister Uwe Bartels. Der SPD-Fraktionsvorsitzende berichtete von der Sorge der Einwohner, „dass sie im nächsten Jahr vor verschlossenen Türen stehen."

Eine Sorge, die Bürgermeister Uwe Bartels so nicht teilt. Er ist zuversichtlich, sowohl das Klötzer als auch das Kunrauer Freibad im kommenden Sommer wieder öffnen zu können.

Bartels verwies auf die noch laufende Ausschreibung für einen Fachangestellten für Bädertechnik. Das Problem bei beiden Bädern ist ähnlich: Sowohl Fred Steffens in Kunrau, der als Rettungsschwimmer das Bad betreut hat, als auch der Klötzer Schwimmmeister Roland Gille haben das Rentenalter erreicht und wollen diesen Anspruch auch nutzen. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch“, sah Hauptamtsleiter Matthias Reps einen Funken Hoffnung. Die Stadt sei bestrebt, Roland Gille weiter als Schwimmmeister zu halten. Dazu gebe es noch Redebedarf, die Gespräche laufen noch.

Wie Uwe Bartels im AZ-Gespräch konkretisierte, könne er sich gut vorstellen, beide Mitarbeiter im kommenden Sommer als Saisonkräfte zu beschäftigen und so die Öffnung der beiden Bäder sicherzustellen. Denn – und das ist der Verwaltung durchaus bewusst – mit Rettungsschwimmern allein kann die Öffnung der Bäder nicht abgedeckt werden. Es müsse ein Fachmann dabei sein, der die Verantwortung trägt.

Wie der Hauptamtsleiter als weitere Idee vorstellte, könnte sich die Verwaltung eine Kooperation mit der Salzwedeler Schwimmhalle oder dem Altoa in Stendal vorstellen. Dort werden Fachangestellte ausgebildet. Bei einer Kooperation könnten die Auszubildenden im Winter im Hallenbad und im Sommer in den Klötzer Freibädern arbeiten, so die Idee. Überlegenswert sei auch, selbst Personal auszubilden. Denkbar wäre eine entsprechende Bezuschussung für die Bewerber, so Reps.

Die Suche nach einem Fachangestellten blieb bislang ohne Erfolg. „Vom Rathaus ist es gewollt, dass die beiden Bäder weiter geöffnet sind“, stellte sich Uwe Bartels gegen anderslautende Gerüchte. Verschiedene Lösungen dafür würden geprüft.

Bei der Mitgliederversammlung der Linkspartei war das Klötzer Freibad am Donnerstagabend ebenfalls Thema. Bernd Hamann hatte sich im Urlaub in Stavenhagen umgehört. Dort habe sich die Besucherzahl verdoppelt, seitdem das Bad beheizt werde, informierte er. Das wäre seiner Ansicht nach auch für das Waldbad eine Option. Fotovoltaik oder ein Blockheizkraftwerk seien für Klötze schon im Gespräch gewesen. Dass das Betreiben eines Bades immer ein Zuschussgeschäft ist, darüber waren sich die Linken einig. „Aber eine konstante Temperatur von 23 oder 24 Grad wäre sinnvoll“, so seine Einschätzung. Wärmeres Wasser würde auch die Situation im Beetzendorfer Stölpenbad verbessern, wo sich die Badegäste im beheizten Becken so drängen, dass Schwimmen nicht immer möglich ist. Das Klötzer Waldbad ist wegen seiner 50-Meter-Bahn bei Schwimmern sehr beliebt. Es kämen sogar Gäste aus Gardelegen, denen das dortige Becken zu kurz ist, wusste Bernd Hamann.

„Ich bin gegen eine Beheizung, dafür ist es schließlich ein Freibad“, machte Stefan Thodte seine Position klar. Zumal die Heizung nicht das aktuelle Problem sei. „Ich sehe eher das Problem, dass das Bad im nächsten Jahr geöffnet ist.“ Dem schlossen sich die anderen Mitglieder an. „Nachwuchs für den Schwimmmeister hätte schon vor Jahren gesucht werden müssen“, meinte Ulrich Koppe. Der kursierende Vorschlag, aus anderen Bädern Personal abzuwerben, sei nicht der richtige Weg, darüber waren sich die Linken am Donnerstag einig.

Lothar Schulze betonte die Bedeutung des Ensembles mit Waldbad, Tiergehege und Gaststätte, das zahlreiche Besucher anlocke. „Das darf nicht kaputtgehen“, forderte er.

VON MONIKA SCHMIDT

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