Einwohner honorieren Engagement

Im Klötzer Tiergehege hat sich 2018 eine Menge getan

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Noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch erfolgte der Bodenaushub an der Rasenfläche vor dem früheren Streichelgehege. Dort soll der neue Spielplatz entstehen. 

Klötze – Dass die Einwohner so für ihr Tiergehege einstehen, hatte selbst Ilka Ast überrascht. Zwar hatte die Leiterin der Klötzer Sparkasse vom Förderverein schon gehört, dass die Spendensammlung per Esel ein voller Erfolg ist.

Aber vom Ergebnis der Kalenderspenden für 2018 war sie dann doch überrascht. Einen Scheck in Höhe von 738 Euro konnte Ilka Ast an Lothar Schulze und Hans-Jürgen Schmidt vom Förderverein für das Tiergehege überreichen – zustandegekommen durch die Spenden der Kunden. So mancher gab Geld, ohne dafür einen Kalender mitzunehmen. „Die Spendenbereitschaft war wirklich hoch“, schätzte die Geschäftsstellenleiterin ein.

Derzeit hat der Förderverein 22 Esel, davon sind zehn im Einsatz. „Die Nachfrage von Interessierten, die einen Esel bei sich aufstellen wollen, ist groß“, berichtete Fördervereins-Vorsitzender Lothar Schulze. Das Geld, das sich in den Eseln ansammelt, verwendet der Verein für die unbürokratische Anschaffung der „kleinen Dinge“, erzählte Hans-Jürgen Schmidt. So werden mal Tierarztkosten übernommen, neue Futtertröge angeschafft und Nisthilfen für die Vögel gekauft. Auch Tiere, wie ein Entenpärchen, wurden schon angeschafft. „So sehen die Spender auch, dass mit ihrem Geld etwas gekauft wird“, erklärt Lothar Schulze.

Die größeren Anschaffungen, die zur Aufwertung des Tiergeheges nötig sind, werden von der Stadt getragen. 100.000 Euro stehen dafür jedes Jahr im Haushalt zur Verfügung. Außerdem soll 2019 ein Leader-Projekt im Tiergehege umgesetzt werden: der lang ersehnte Bau einer Besuchertoilette. Das ist der einzige Antrag der Stadt bei der aktuellen Leader-Prioritätenliste.

Der Förderverein hat seit seiner Gründung enorm viel auf die Beine gestellt. „Und das wird von den Einwohnern auch honoriert“, weiß der Klötzer Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt. Vielfach sei er schon angesprochen worden, wie schön die Anlage geworden ist. Und dabei hat die Umgestaltung gerade erst begonnen. Für den Förderverein stehen noch viele Arbeiten auf dem Plan. „Bis zum Kindertag soll der vordere Bereich fertig sein“, gab Hans-Jürgen Schmidt als Ziel für 2019 aus. Noch rechtzeitig vor dem Beginn des Winters konnte das alte Streichelgehege abgebaut und die Bepflanzung herausgenommen werden. Der Mutterboden, der entfernt wurde, um das neue Streichelgehege und den Spielplatz aufzubauen, wird im Tiergehege gelagert. Er kann dort gut für verschiedene andere Projekte weiterverwendet werden, hatte Bürgermeister Uwe Bartels angekündigt.

Gereift ist inzwischen auch die Idee, die Osterwanderung für kleine Füße im Tiergehege stattfinden zu lassen. „Eiertrudeln und Wasserschöpfen können wir da auch“, ist Hans-Jürgen Schmidt, dessen Idee die Verlegung von der Moorwaldsenke war, überzeugt. „Das ist erst der Anfang, um die Kinder für die Einrichtung zu begeistern“, erklärt er. Auf lange Sicht sind auch Schulprojekte geplant. Bei kleinen Lehrveranstaltungen sollen die Kinder etwas über die Haltung, Pflege und Fütterung der Tiere erfahren.

Hans-Jürgen Schmidt und Lothar Schulze (r.) vom Vorstand des Tiergehege-Fördervereins nahmen den Scheck und die Igel-Sparbüchse von Ilka Ast entgegen.

Neben dem Spendenscheck überreichte Ilka Ast an den Vorstand des Fördervereins auch einen großen selbst gemachten Igel. „Zum Weltspartag haben die Kinder vom Spatzennest die ideale Sparbüchse gestaltet“, erinnerte sie. Der putzige Igel gefiel ihr so gut, dass sie ihn erwarb und nun an den Förderverein weiterreichte. Der Förderverein hat aktuell 31 Mitglieder, drei neue konnten schon wieder aufgenommen werden, bilanzierte Lothar Schulze. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Stadtwirtschaft ist vorbildlich“, schätzte er weiter ein. Auch über Klötze hinaus in den Ortsteilen ist das Interesse am Verein groß. Das konnte die Sparkassen-Leiterin nur unterstreichen, denn die Kundenspenden kamen ebenfalls nicht nur aus Klötze, sondern auch aus anderen Orten.

VON MONIKA SCHMIDT

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