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Umbettungen in Urnenstelen in Klötze gewünscht

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Von: Monika Schmidt

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eine Urnenstelenanlage auf einem Friedhof
Die Bestattung in Urnenstelen ist in Klötze sehr beliebt. © Monika Schmidt

Nur mit einem „triftigen Grund“, so sieht es das Bestattungsgesetz vor, darf die Totenruhe gestört werden. Eine Umbettung zu veranlassen, ist gar nicht so einfach, erfuhren die Klötzer Stadträte.

Klötze – Nachdem nun endlich die lang ersehnten Stelen auf den Friedhöfen aufgestellt sind, stellt sich für einige Einwohner die Frage, ob Verstorbene, die mangels Stelen in einem Urnengrab beerdigt wurden, umgebettet werden können. Stadtratsmitglied Jörg Kägebein richtete diese Frage bei der jüngsten Stadtratssitzung an den Bürgermeister. Clemens-Paul Berlin, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, verwies auf die in diesem Jahr vom Stadtrat neu beschlossene Friedhofssatzung. Darin ist geregelt, dass „eine Umbettung nur auf begründeten Antrag hin möglich ist“, erklärte Berlin. Es müsse also „ein triftiger Grund“ vorliegen. Dieser sei zum Beispiel dann gegeben, wenn der Verstorbene in seinem Testament festgelegt hat, dass er in einer Urnenstele beigesetzt werden möchte. „Dann könnte dem Antrag stattgegeben werden“, erläuterte der Sachgebietsleiter. Ansonsten dürfe die Totenruhe nicht gestört werden, informierte er die Stadtratsmitglieder. Diese wollten sich mit dieser Antwort nicht so richtig zufriedengeben. „Ist es auch ein triftiger Grund, wenn der überlebende Partner sagt, es kann keiner die Grabstelle pflegen?“, wollte Klaus Ewertowski wissen. „Das ist eher kein triftiger Grund“, antwortete Clemens-Paul Berlin. Jörg Kägebein machte darauf aufmerksam, dass es die neuen Bestattungsformen noch nicht so lange gebe und so mancher das Testament schon vorher aufgesetzt habe. Nun gebe es eine neue Situation, die deshalb nicht im Testament berücksichtigt werden konnte. Klaus Ewer-towski wünschte sich, dass die Friedhofssatzung, die ohnehin noch mal angefasst werden müsse, so geändert wird, dass die Möglichkeit zur Umbettung in die Stele aufgenommen wird. Deshalb sollte sich das Ordnungsamt zu diesem Thema noch einmal „sachkundig“ machen, regte der Stadtratsvorsitzende an. Denn neben Jörg Kägebein und Klaus Ewertowski setzten sich auch Klaus Vohs und Hans-Jürgen Schmidt dafür ein, Umbettungen möglich zu machen. „Wir müssen nach Gründen suchen, wie man das gebacken kriegt“, wünschte sich Klaus Vohs. Und Hans-Jürgen Schmidt verwies auf das Bundesbestattungsgesetz, in dem sich bestimmt eine Regelung für einen solchen Fall finden lasse. „Über allem steht der triftige Grund, die Totenruhe zu stören. Denn diese ist ein Grundrecht des Verstorbenen“, machte Clemens-Paul Berlin den Stadträten wenig Hoffnung. Dennoch bat Jörg Kägebein für die nächste Stadtratssitzung um eine konkrete Zuarbeit der Verwaltung, „welche Möglichkeiten es gibt, den Wunsch der Bürger umzusetzen.“ 

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