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Klötzer Verwaltung kann keine Auskunft geben: „Das ist ein Unding“

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Von: Monika Schmidt

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ein Schulgebäude
An der Kuseyer Grundschule wurden im Sommer Brandschutztüren eingebaut, obwohl sie 2023 geschlossen wird. © Monika Schmidt

Weder zu den Kosten noch zum Zeitpunkt, seit wann die Klötzer Stadtverwaltung über den geforderten Einbau von Brandschutztüren in der Kuseyer Grundschule informiert war, konnten die Mitarbeiter im Hauptausschuss Auskunft geben. Die Stadträte waren ärgerlich.

Klötze / Kusey – Die erste Sitzung der Klötzer Kommunalpolitiker nach der Sommerpause entwickelte ordentlich Zündstoff. Er habe im Bericht des Bürgermeisters Informationen über den Einbau der Brandschutztüren in der Kuseyer Grundschule vermisst, begann Joachim Klabis (Linke) die Debatte.

Denn die Stadträte waren über diese Baumaßnahme nicht informiert worden. Bürgermeister Uwe Bartels verwies an die Mitarbeiter aus dem Haupt- und Bauamt, die die Fragen beantworten sollten. Gordon Strathausen, Sachgebietsleiter Bauamt, informierte, dass es sich um eine kurzfristig notwendige Maßnahme handelte. Es seien Durchbrüche in den Klassenräumen für Fluchtwege gemacht worden. In einem nächsten Schritt sollen die Flure mit Trockenbauwänden abgesichert und dann Brandschutztüren im Treppenhaus eingebaut werden. Die Fortsetzung der Arbeiten, die kurz vor Ende der Sommerferien begonnen wurden, soll in den Herbstferien erfolgen, um den Unterricht nicht zu stören, erläuterte Gordon Strathausen weiter. Dass er die Frage nach der Notwendigkeit der Maßnahme nicht beantwortete, war dem Bürgermeister aufgefallen und er hakte nach. Ebenso wie Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski (CDU): „Seit wann weiß die Verwaltung davon?“, wollte dieser wissen, ebenso den Kostenrahmen der Maßnahme. „Wenn das der Verwaltung vor dem Beschluss des Stadtrates zur Schließung der Schule 2023 bekannt war, hätte das dem Stadtrat erklärt werden müssen“, so Klaus Ewertowski. Denn dann hätte der Bürgermeister den Stadträten sinngemäß mitteilen müssen, dass er „mit einem Bein im Gefängnis“ stehe, wenn er die Maßnahme, die vom Kreis als Auflage zum Weiterbetrieb der Grundschule erteilt wurde, nicht umsetzen würde. Dies hätte die Entscheidung der Stadträte zum Schließungstermin sicherlich beeinflusst und hätte eine frühere Schließung zur Folge haben können.

Doch die Verwaltungsmitarbeiter legten sich nicht fest. Hauptamtsleiter Matthias Reps sagte: „Wann die genaue Information des Kreises kam, kann ich nicht sagen.“ Es habe mehrere Gespräche mit dem Altmarkkreis gegeben. Mit dem Tenor, dass eine Fortführung des Schuljahres ohne die Maßnahme nicht möglich sei. Bürgermeister Uwe Bartels fragte nochmals nach dem Kostenrahmen: „Für die Arbeiten im Herbst werden etwa 35 000 Euro fällig“, antwortete Gordon Strathausen seinem Chef. Wie viel bereits investiert wurde, könne er nicht sagen. „Das weiß ich nicht“, sagte Strathausen und brachte damit die Stadträte endgültig auf die Palme: „Das kann doch nicht sein“, empörte sich Klaus Ewertowski. Henry Hartmann (CDU) äußerte ebenfalls „völliges Unverständnis“. Die Stadträte würden für so viele unwichtige Dinge zusammengerufen, aber bei solch einer gravierenden Entscheidung bekämen sie keine Informationen, ärgerte er sich. „Das hätte die Verwaltung dem Stadtrat mitteilen müssen“, stellte Henry Hartmann fest. Für Alexander Kleine (SPD) war vieles „ein Unding“, unter anderem, dass sich die Stadträte die nötigen Informationen durch Nachfragen erbetteln müssen. „Es ist ein Unding, dass die Verwaltung nicht vorbereitet ist und die Zahlen nicht hat“, ärgerte sich Alexander Kleine. Er forderte, dass die Kosten ebenso wie die Informationen zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Maßnahme den Stadträten schriftlich nachgereicht werden.

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