„Das gehört bestraft“

Klötzer Stadträte fordern juristische Aufarbeitung des Falls Dittfach

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Im Namen der SPD-Fraktion nahm Vorsitzender Carsten Behrend (2. v. l.) am Mittwoch im Stadtrat Stellung zum Fall Dittfach. Die Stadträte fordern eine „umfassende juristische Aufarbeitung.“

Klötze – „Die SPD-Fraktion ist bestürzt.“ So begann Fraktionsvorsitzender Carsten Behrend am Mittwochabend im Stadtrat seine Ausführungen zur aktuellen Personaldebatte in der Stadt Klötze.

„Bestürzt“ sei die Fraktion über die Vorwürfe, die gegen den Ordnungs- und Bauamtsleiter Ulf Dittfach erhoben werden.

Er soll betrunken und ohne Führerschein einen Unfall verursacht haben, bei dem eine 19-Jährige schwer verletzt wurde (AZ berichtete). „Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten“, so Behrend weiter, „distanzieren wir uns klar und deutlich davon.“

Weiter sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende: „Das ist verwerflich und gehört bestraft. Wir fordern eine umfassende juristische Aufklärung und Aufarbeitung.“ Ob diese juristische Aufklärung durch Polizei und Staatsanwaltschaft sowie vor Gericht oder auch durch die Stadt Klötze als Dienstherr des Beamten erfolgen soll, ließ Behrend offen.

Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels, der bislang keine Aussagen zu möglichen dienstlichen Konsequenzen für den Amtsleiter treffen wollte, informierte am Donnerstagmorgen im Pressegespräch: „Ich habe eine Entscheidung getroffen.“ Allerdings wollte er auch auf Nachfrage nicht sagen, wie diese Entscheidung ausgefallen ist. „Das ist ein schwebendes Verfahren“, begründete er. Gefallen sei die Entscheidung, „um Schaden von der Stadt abzuwenden“, erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage weiter. Er habe „die Möglichkeiten, die wir haben, genutzt.“

Um den guten Ruf der Stadt, der durch die öffentliche Debatte über den Amtsleiter in Gefahr geraten sei, sorgten sich am Mittwochabend die Stadträte. „Wir müssen den guten Ruf der Stadt wieder herstellen“, forderte Carsten Behrend. Die übrigen Mitarbeiter aus dem Rathaus dürften nicht in Misskredit kommen.

Behrend nahm den Bürgermeister in Schutz, der die Fraktionsvorsitzenden und Stadträte „regelmäßig aktuell“ informiert habe. Wichtig sei nun, „alles juristisch korrekt aufzuarbeiten“, so Carsten Behrend weiter.

Auch Franz-Hermann Wegner (UWG), der Alterspräsident des Stadtrates, schloss sich den Worten des SPD-Fraktionsvorsitzenden an. Dem sei nichts hinzuzufügen. Wegner stellte fest: „Der öffentliche Druck auf uns als Stadträte ist groß.“ Er bedauere sehr, dass eine Person, die einen Amtseid geleistet hat, „missbräuchlich gehandelt hat.“ Wegner bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern in der Verwaltung, die die Arbeiten des Amtsleiters übernommen haben. „Wir müssen Schaden von der Stadt abwenden, der noch auf uns zukommen könnte“, so Wegner.

VON MONIKA SCHMIDT

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