Fundstücke und neue Mitstreiter

Klötzer Ortschronisten: Umfang der Arbeit soll genau festgelegt werden

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Eine Federzeichnung des Klötzer Amtshauses von 1870 gehört zu den Fundstücken, die die Chronisten unter anderem beim Umräumen des Archivs machten. Für die Zukunft ihrer Tätigkeit muss geklärt werden, welchen Umfang die Chronikarbeit haben soll.

Klötze – Die beiden Klötzer Ortschronisten bekommen Verstärkung. Auch Ulrich Kipp und Dirk Spaehn aus Klötze wollen sich dem Team anschließen, informierte Reinhard Wegner im Klötzer Ortschaftsrat.

Gemeinsam mit Bernd Granzow verfolgte er die Sitzung und fragte nach einer „besseren finanziellen Ausstattung“ für die Chronistenarbeit im kommenden Jahr.

Seit Jahresbeginn sind Bernd Granzow (l.) und Reinhard Wegner von Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt offiziell mit der Aufgabe als Ortschronisten betraut.

Der Klötzer Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt bekräftigte diesen Wunsch. Er berichtete, dass Dirk Spaehn einen Computer für die Chronisten gesponsert hatte, der im Chronistenstübchen in der Bibliothek aufgebaut werden soll. Somit brauchen die beiden Ortschronisten nicht mehr auf den privaten Laptop zurückgreifen. Der Computer verfüge zudem über ein Archiv- und Dokumentenverwaltungsprogramm, das die Arbeit erleichtern soll. „Das ist ein beispielhaftes Entgegenkommen eines Klötzer Bürgers für unsere Arbeit“, bedankte sich Reinhard Wegner begeistert.

Hans-Jürgen Schmidt betonte bei der Sitzung, dass zunächst der Umfang der Chronistenarbeit geklärt werden müsse, bevor über eine Summe für den Haushalt gesprochen werden könne. „Erst dann können die Zahlen auf den Tisch“, so Schmidt zu seinen Ortschaftsräten. Dazu wolle er noch einmal Gespräche mit den beiden Chronisten führen. Ilka Speckhahn aus dem Ortschaftsrat bot ihre Mithilfe an. Über den Umfang der zu erledigenden Arbeiten, so fand sie, sollte nicht allein der Ortsbürgermeister entscheiden. „Da sollten mehrere mit draufgucken“, wünschte sie sich. Hans-Jürgen Schmidt war davon sofort begeistert. „Ich würde mir nie anmaßen, das alleine zu entscheiden“, betonte er. „Ich beziehe den Ortschaftsrat mit ein.“

Dass viel zu tun ist, davon haben die beiden sehr aktiven Chronisten nicht nur den Ortsbürgermeister, sondern auch viele Bürger überzeugt. So bekommen sie immer wieder Fundstücke angeboten, die gesichtet werden müssen. Ebenso wie die Dokumente, die sie im Archiv der Bibliothek gefunden haben. Immer wieder fallen die Chronisten dabei kleine Schätze in die Hand, wie zum Beispiel mehrere Federzeichnungen, die der frühere Ortschronist von einem Klötzer Bürger erhalten hat. Zu sehen ist das Amtshaus von Klötze aus dem Jahr 1870. 1888 wurde das alte Amtshaus abgebrochen, hat Heinrich Bettinghausen dazu handschriftlich auf der Zeichnung festgehalten. Die Kellergewölbe waren als „Ruine“ noch bis 1999 vorhanden und wurden dann beseitigt. Das Amtshaus war keinesfalls die Ruine einer alten Burg, betont der damalige Klötzer Ortschronist. „Das Amtshaus war ein reines Wohnhaus bzw. das Verwaltungsgebäude des Amtes Klötze, das ab dem 17. Jahrhundert als reines Wirtschaftsgut betrieben wurde.“

Das Amtshaus wurde 1725 erbaut und stand zwischen Wall- und Burgstraße. Nach über 400-jähriger braunschweigisch-lüneburgischer Herrschaft kam das Amt Klötze 1815 unter preußische Herrschaft. Der preußische Staat verkaufte das jetzige Domänenamt 1827 an einen Amtmann Grube aus Gardelegen. Später hatte es ein Herr Brünnig, der das Amt 1876 an die Firma Schroeder, Pengel und Comp. verkaufte. „Wirtschaftsbauten und Ländereien wurden nun parzellenweise an Privatpersonen und Klötzer Bauern verkauft, wobei die Stadt Klötze das Nachsehen hatte“, stellt Heinrich Bettinghausen zur Historie des Amtes Klötze weiter fest.

VON MONIKA SCHMIDT

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