Kleinod mit Schönheitsfehlern

Klötzer Orchideenwiese: Besuch lohnt sich – Vorsicht am maroden Steg

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Wegen der langen Trockenheit haben es die Orchideen in diesem Jahr schwer, ihre Blüten zwischen den anderen Gräsern zu entfalten. Dennoch lohnt die Orchideenwiese in diesen Tagen einen Besuch.

Klötze – Eigentlich ist der Mai die Hochzeit für den Besuch der Klötzer Orchideenwiese. Doch in diesem Jahr lässt das Blütenmeer auf sich warten.

Der trockene Herbst, so vermutet Jürgen Lemke, der sich ehrenamtlich um die Orchideenwiese kümmert, habe den Pflanzen stark zugesetzt.

Obwohl die Orchideenwiese einen moorigen Untergrund hat, war es auch dort im Herbst und Winter knochentrocken. „Nur dort, wo die Pflanzen noch ein bisschen feuchten Boden hatten, sind sie gewachsen“, berichtet der Klötzer im AZ-Gespräch. Wo die Moorwaldsenke trocken ist, kümmern die Orchideen recht mickrig vor sich hin.

So kommt es auch, dass vom Steg aus nur wenig Blüten gesehen werden können. „Da war es ringsrum sehr trocken“, erklärt Jürgen Lemke. Die Orchideen werden von anderen Pflanzen auf der Wiese, die mit den Bedingungen besser zurechtkommen und deshalb höher gewachsen sind, auch noch verdeckt.

So etwa 1500 Pflanzen weniger als im Vorjahr, als die Wiese in voller Blüte stand, präsentieren sich in diesem Mai, schätzt der Klötzer. Auch Neuausgesätes ist nicht überall angekommen. „Der Samen ist wegen der Trockenheit nicht aufgegangen.“

Vorsicht beim Hinauslehnen: Auf dem Steg an der Orchideenwiese fehlen einige Bohlen.

Jürgen Lemke macht aber noch auf ein weiteres Problem mit der Orchideenwiese aufmerksam: „Der Steg ist immer noch kaputt“, sagt der Klötzer. Das Geländer der großen Holzplattform, mit der sich Besucher inmitten der Wiese einen Überblick über die Naturschönheit verschaffen können, ist an einigen Stellen gebrochen. „Die Sicherheit ist dort nicht gegeben“, macht Jürgen Lemke aufmerksam.

Er hatte zunächst den Klötzer Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt angesprochen, mit der Bitte, sich um die Reparatur zu kümmern. Der wollte dies an die Stadt weiterleiten. Auch im Ortschaftsrat war der kaputte Steg schon Thema. Auf Nachfrage bei Bürgermeister Uwe Bartels hatte Jürgen Lemke jedoch erfahren, dass dieser noch nicht über das Thema informiert war.

An den hochstehenden Nägeln können sich Besucher verletzen oder die Kleidung beschädigen.

Jürgen Lemke hatte einen Kostenvoranschlag geschrieben und bat beim Stadtbürgermeister um 300 Euro, dann würde er die Reparaturen selbst vornehmen. Darauf habe sich Uwe Bartels aber nicht eingelassen, bedauert Jürgen Lemke. Bartels empfahl dem Klötzer, einen Antrag an die Stadt auf eine finanzielle Zuwendung zu stellen. „Nee, das mache ich nicht“, erklärt Jürgen Lemke. „Aus eigener Tasche bezahle ich die Reparatur auch nicht.“ Er habe schon einiges an Reparaturen vorgenommen und selbst finanziert, informiert er.

Ob die Orchideen, sollte es in den kommenden Tagen wärmer werden, noch in Gang kommen, weiß Jürgen Lemke nicht. Das müsse abgewartet werden. Wegen der Witterung war bislang auch die Nachfrage der Besucher noch nicht so groß, hat er festgestellt. „Im vergangenen Jahr habe ich 33 Führungen dort gemacht.“ Ein Abstecher zur Moorwaldsenke lohnt für die Besucher aber dennoch, denn der Spaziergang entlang der Waldkante bis zum Steg bietet den Spaziergängern einige interessante Naturschauspiele.

VON MONIKA SCHMIDT

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