Ministerankündigung soll auch in der Purnitzstadt umgesetzt werden

Klötzer hoffen auf Radwege

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Ein Gehweg, der für Radfahrer freigegeben ist, ist meist schmaler als getrennte Rad- und Gehwege. An der Oebisfelder Straße kommt zudem mehrfach wechselndes Pflaster dazu. Das macht das Radfahren zur „Katastrophe“.

Klötze – Wenn Verkehrsminister Thomas Webel seine Ankündigung umsetzt, bis 2030 nicht nur alle Landesstraßen zu sanieren, sondern diese auch mit mehr Radwegen auszustatten, rückt dabei auch Klötze in den Fokus.

Denn die vom Minister am Montag in Magdeburg genannten Beispiele sind nichts gegen die mehr als zehnjährige Wartezeit der Klötzer auf den Lückenschluss des Radweges an der L 19 von Bandau bis Klötze.

„Sieben Jahre, viele Eigentümer und ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren, um Baurecht zu bekommen“, nannte Thomas Webel bei der Vorstellung seines Vorhabens als Beispiel einen noch nicht gebauten Radweg an der B1. Das kann der Lückenschluss von Klötze in Richtung Beetzendorf locker toppen. Denn dort ist das Planfeststellungsverfahren seit mehr als zehn Jahren abgeschlossen – und dennoch sind sich das Land und die Eigentümer noch nicht einig über die Übertragung der Flächen.

Der angekündigte Bau wird immer wieder nach hinten verschoben, weil die Grundstückseigentümer so schwer zu ermitteln sind. Das Geld für den Bau ist seit Jahren vorhanden, es wird von Haushaltsplan zu Haushaltsplan mitgenommen. Nur gebaut wird nicht, wie die Klötzer jedes Jahr wieder mit Bedauern feststellen müssen.

Doch auch an anderen Landesstraßen in Klötze, an denen bereits Radwege ausgewiesen sind, besteht Handlungsbedarf. Die Wege kann der Minister gleich mit auf seine Liste schreiben, wenn es nach dem Klötzer Ortschaftsrat geht. So gibt es an der Oebisfelder Straße Probleme für Fahrradfahrer. Diese wurden schon mehrfach im Ortschaftsrat thematisiert. Vergangene Woche war es Norbert Schulz, der das Problem ansprach: „Der Radweg von Süd bis in die Stadt ist katastrophal“, stellte er fest.

Vor allem die vielen unterschiedlichen Pflasterungen der Hofeinfahrten seien für Radfahrer problematisch. „Jeder hat andere Steine, die Radler werden richtig durchgerüttelt“, so Norbert Schulz im Ortschaftsrat weiter. Wegen des starken Verkehrs könnten die Radler aber auch nicht auf die Straße ausweichen. „Der Weg ist eine Katastrophe“, stimmte ihm Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt zu. Er sah aber keine Möglichkeit zu handeln. „Wir können das nur aufschreiben und an die Stadt weiterleiten“, erklärte er. Bernd Unruh verwies zudem auf die vielen Vertiefungen auf dem Weg, den sich Radler und Fußgänger teilen müssen. Bei Regen sei dies eine Gefahrenquelle.

Gesprochen wurde bei der Sitzung auch über den Radweg an der Poppauer Straße. „Dort fehlen Steine und es gibt viele Unebenheiten zwischen Klötze und Klötze-Nord“, informierte Frank Fritzsche im Ortschaftsrat. Die Poppauer Straße ist jedoch keine Landes-, sondern eine Kreisstraße, so dass diese nicht in die Zuständigkeit des Ministers fällt.

VON MONIKA SCHMIDT

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