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Von der Fußgängerzone in die Bedeutungslosigkeit

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Von: Monika Schmidt

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Eine Geschäftsmeile in Klötze, die als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen ist
Von einer pulsierenden Fußgängerzone zur Bedeutungslosigkeit: An der Oebisfelder Straße in Klötze ist nicht mehr viel Betrieb. © Monika Schmidt

Klötze – Ein Teilziel der Stadtsanierung, wie sie Anfang der 1990er Jahre vom damaligen Klötzer Stadtrat auf den Weg gebracht wurde, lautete:

„Umgestaltung der Oebisfelder Straße zu einem attraktiven Fußgängerbereich mit hoher Nutzungsidentität und -vielfalt“. Davon ist schon lange keine Rede mehr, wie Stadtratsmitglied Jörg Kägebein festgestellt hat. Er bezog sich damit auf die Bilanz von Babett Riel vom Sanierungsträger Saleg, die über 30 Jahre Stadtsanierung in Klötze informiert hatte. Neben Punkten, die als Erfolg des Programms verbucht werden können, gab es auch einige Ideen und Vorhaben, die während der 30 Jahre nicht umgesetzt werden konnten. Dazu zählt auch das Thema Fußgängerzone. Zu Beginn der Stadtsanierung in den 1990er Jahren herrschte rechts und links der als Fußgängerzone ausgewiesenen Oebisfelder Straße ein reges Geschäftsleben. Bücher, Haushaltswaren, Bekleidung, Fotos, Handarbeitszubehör, Geschenke und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs konnten in den Geschäften erworben werden. Ziel des damaligen Stadtrates war es, die Einkaufsstraße zu erhalten und weiter auszubauen.

Förderprogramm nutzen

Seit einigen Jahren ist die Oebisfelder Straße in dem Abschnitt der Geschäfte auch keine Fußgängerzone mehr, sondern nur noch ein verkehrsberuhigter Bereich, durch den mit dem Auto gefahren werden darf. Die Oebisfelder Straße sei bedeutungslos geworden, viele Geschäfte stehen leer, stellte Jörg Kägebein im Stadtrat fest. „Was können wir tun, damit dort wieder Leben einzieht?“, wollte er von der Sanierungsexpertin wissen. Babett Riel wusste, dass die Öffnung der Fußgängerzone für den Fahrzeugverkehr ungefähr im Jahr 2010 auf Drängen der Geschäftsleute vorgenommen wurde. Sie hatten damals argumentiert, dass nur, wenn die Kunden direkt vor dem Geschäft vorfahren können, auch eingekauft werde, erinnerte sie sich. „Was man damals wollte, ist nicht gelungen“, gab Babett Riel in der Rückschau zu. Sie schlug vor, gemeinsam mit den Geschäftsleuten zu überlegen, wie die Oebisfelder Straße wieder belebt werden könne. „Das ist im Rahmen des Förderprogramms Lebendige Zentren möglich“, informierte sie.

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