Polizei soll öfter kontrollieren

Klötzer Busbahnhof ist weiter Treffpunkt für die Jugend

Beschmierte Scheiben an den Bushäuschen, Müll und zuletzt sogar ein Brand: Am Klötzer Busbahnhof gibt es viel Vandalismus. Dagegen will der Kuseyer Wolfgang Mosel weiter vorgehen.
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Beschmierte Scheiben an den Bushäuschen, Müll und zuletzt sogar ein Brand: Am Klötzer Busbahnhof gibt es viel Vandalismus. Dagegen will der Kuseyer Wolfgang Mosel weiter vorgehen.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Klötze – Der Busbahnhof in Klötze beschäftigt die Verwaltung und die Kommunalpolitiker, vor allem den Kuseyer Stadtrat Wolfgang Mosel und den Klötzer Ortschaftsrat Bernd Unruh – beides Nutzer des ÖPNV – weiter.

Bei der jüngsten Stadtratssitzung hatte der Kuseyer den Vandalismus am Busbahnhof thematisiert und Vorschläge gemacht, wie in Zukunft verhindert werden kann, dass der ZOB als Treffpunkt für Jugendliche dient. Besonders in den Herbstferien hatte es dort Probleme zwischen sich treffenden Jugendlichen und den Busfahrgästen gegeben. Denn die Jugendlichen nutzen den Platz als Treffpunkt, vor allem in den Abendstunden. Beide Kommunalpolitiker berichteten von Belästigungen der Busgäste, von Vandalismus, zerkratzten Scheiben der Wartehäuschen, hinterlassenem Müll und anderen Problemen. Wolfgang Mosel hatte im Stadtrat angefragt, ob es möglich sei, den Busbahnhof so zu beschildern, dass sich dort nur die Nutzer des ÖPNV aufhalten dürfen. Bernd Unruhs Vorschlag ging eher in die Richtung einer Überwachungskamera für den Platz, um den Randalierern auf die Spur zu kommen.

„Sehr konstruktives“ Gespräch

Wolfgang Mosel hatte zu dem Thema ein, nach seinen Angaben, „sehr konstruktives Gespräch“ mit Susanne Lange, der Sachgebietsleiterin im Ordnungsamt der Klötzer Verwaltung. Sie habe dem Kuseyer die Rechtslage erläutert. „Die Möglichkeiten der Stadt Klötze sind begrenzt“, nahm Wolfgang Mosel als Erkenntnis mit. Den Vorschlag zur Aufenthaltsbeschränkung am Busbahnhof wollte die Sachgebietsleiterin prüfen.

Auch die Sachgebietsleiterin selbst sei aktiv geworden und führte ein Gespräch mit der Polizei, berichtet Mosel weiter. In Aussicht gestellt wurde, mehr Polizeipräsenz am ZOB zu zeigen, um Randalierer abzuschrecken. „Was die Sachbeschädigungen betrifft, wird die Stadt Klötze aktiv und stellte Anzeige gegen Unbekannt wegen der Brandstiftung im Abfallbehälter“, teilt Wolfgang Mosel weiter mit. Es hatte als unrühmlichen Höhepunkt einen Feuerwehreinsatz am Busbahnhof gegeben, weil ein Abfallbehälter angezündet wurde (wir berichteten).

Dass Susanne Lange nun das Rathaus wieder verlässt, bedauert Wolfgang Mosel. Ihn ärgert, dass er dies aus der Presse erfahren hat. „Das empfinde ich als Stadtrat als Affront“, stellt der Kuseyer fest. Er hätte sich eine interne Mitteilung des derzeit amtierenden stellvertretenden Bürgermeisters Matthias Reps an alle Stadträte gewünscht, so Mosel. Klären müsste er dies aber wohl innerhalb seiner Fraktion, denn Matthias Reps hatte die Hauptausschussmitglieder – und damit alle Fraktionen – im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses über die Personalie informiert. Innerhalb der Linken-Fraktion wurde diese Information aber offensichtlich nicht weitergetragen.

„Da Susanne Lange nun als Gesprächspartnerin nicht mehr zur Verfügung steht, werde ich mit an Matthias Reps wenden“, kündigt Mosel an. Denn er möchte am Thema dranbleiben. Deshalb will der Kuseyer, der auch Kreistagsmitglied ist, den Kontakt zum Altmarkkreis suchen, da dieser für den ÖPNV ohnehin zuständig sei.

ZOB bleibt weiter ein Jugendtreff

„In der Sache sind wir noch nicht viel weitergekommen“, bedauert Wolfgang Mosel. Denn er musste erst in der zurückliegenden Woche wieder feststellen, „dass der ZOB weiterhin ein Jugendtreff ist, trotz der Corona-Beschränkungen“, ärgert sich der Kuseyer. Seiner Ansicht nach passe es nicht zusammen, dass in den Bussen des ÖPNV das Einhalten der Maskenpflicht streng kontrolliert werde, sich auf der anderen Seite aber Personengruppen ohne Maske am Klötzer ZOB treffen. „Sie gefährden sich und die Fahrgäste“, macht Wolfgang Mosel deutlich. Da er aufgrund einer chronischen Erkrankung zu einer der gefährdeten Personengruppen zählt, erwägt er, rechtliche Schritte gegen den Jugendtreffpunkt einzuleiten. Auch im nächsten Stadtrat werde er das Thema noch einmal aufgreifen, kündigte Mosel an.

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