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Sorgen um die Einsatzbereitschaft

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Symbolfoto © picture alliance / dpa

mm Klötze. Eine Feuerwehrkonferenz mit allen Betrieben in der Stadt regte Jürgen Barth (SPD) im Stadtrat an.

Beim Tag der offenen Tür in Klötze hatte Wehrleiter Rüdiger Wührl die Problematik in den Fokus gerückt: Die Einsatzbereitschaft einzelner Wehren ist tagsüber immer schwieriger herzustellen. Zum einen, weil viele der Aktiven außerhalb arbeiten. Zum anderen aber auch, weil in einigen Betrieben das Verständnis fehlt, die Feuerwehrleute für die Einsätze freizustellen. Nicht immer ist es in den Arbeitseinlauf einzutakten, wenn bei Alarmierung plötzlich ein Feuerwehrmann alles stehen und liegen lässt. „Wir müssen ins Gespräch kommen mit den Betrieben“, appellierte Jürgen Barth.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann räumte ein: „Die Notwendigkeit ist da.“ Aber in einer großen Gesprächsrunde sehe er wenig Sinn, erläuterte der Bürgermeister im anschließenden AZ-Gespräch.

Jürgen Barth regt eine Konferenz an.
Jürgen Barth regt eine Konferenz an.

Weil die Einsatzbereitschaft schon seit einiger Zeit in der Einheitsgemeinde Probleme bereitet, werde derzeit vom Stadtwehrleiter die Ausrückeordnung noch einmal überarbeitet. Schon bislang war es so, dass bei vielen Einsatzgeschehen mehrere Wehren gemeinsam alarmiert werden, um die nötige Gruppenstärke zu erreichen. Nun soll der Schwerpunkt noch stärker darauf gelegt werden, dass bei einem Einsatz auch genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort sind. „Die Pendler sind halt tagsüber weg“, sieht auch Matthias Mann keine sofortige Lösung für das Problem. Ganz so dramatisch wie Jürgen Barth sieht der Bürgermeister das Thema aber noch nicht. Es gebe bei vielen Betrieben durchaus das Verständnis für die Einsätze der Feuerwehren. So stelle auch nicht jeder Arbeitgeber der Stadt den Verdienstausfall in Rechnung, obwohl er dazu das Recht hätte. Und auch die Freistellung für Ausbildungen und Lehrgänge laufen bei vielen Betrieben ohne Probleme. Es gebe aber auch andere Fälle, räumte der Bürgermeister ein. Diese seien aber in der Minderheit.

Die Unternehmer zu einer großen Konferenz einzuladen, dazu sieht Matthias Mann derzeit noch keinen Anlass. „Es ist ja nicht so, das sich die Betriebe gar nicht mit dem Thema beschäftigen.“ Er könnte sich eher vorstellen, das auf unterer Ebene zu besprechen. So könnten die Ortswehren – wenn sie es nicht schon machen – die Chefs der ortsansässigen Firmen beispielsweise zur Jahreshauptversammlung einladen. Dort würden sich die Unternehmer ein Bild davon machen können, welche Arbeit die Feuerwehren übers Jahr leisten.

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