Nur mit Namen kann die Stadt gegen Vandalismus tätig werden

Vandalismus in Klötze: Polizei nimmt Personalien auf

Der Klötzer Busbahnhof.
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Zum Treffpunkt für Jugendliche – gerade in diesem Jahr, als wegen Corona andere Orte geschlossen waren – hat sich der Klötzer Busbahnhof entwickelt. Weil es häufig Sachbeschädigungen gibt, soll jetzt die Polizei öfter dort vorbeifahren.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Klötze – Es vergeht kaum eine Woche, an der es keine Schmierereien an den Bushäuschen am Klötzer Busbahnhof ZOB gibt.

Auch vor der jüngsten Stadtratssitzung – es war die letzte des Jahres 2020 – war die Stadtwirtschaft wieder im Einsatz, berichtete Matthias Reps den Mitgliedern des Stadtrates. Am Montag zuvor wurden die Schmierereien festgestellt und sofort beseitigt. „Dieses Mal handelte es sich um volksverhetzende Bemerkungen“, teilte der Hauptamtsleiter mit. Deshalb hat die Stadt Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt gestellt. „Das wurde von der Polizei aufgenommen“, informierte er. Die Schriftzüge wurden mit blau-schwarzem Edding auf die Glascheiben gemalt.

Treffpunkt der Jugend

„Es wurden dort wiederholt Jugendliche angetroffen“; berichtete der Bürgermeister-Stellvertreter den Stadträten weiter. Ein Problem, auf das auch Wolfgang Mosel im Stadtrat und Bernd Unruh im Ortschaftsrat von Klötze mehrfach aufmerksam gemacht haben. Beide Kommunalpolitiker sind Nutzer des ÖPNV und deshalb gelegentlich am ZOB vor Ort. Sie ärgern sich über Schmierereien, Sachbeschädigungen und verbale Angriffe auf die Wartenden. Wolfgang Mosel hatte schon den Kontakt zur Stadt gesucht, wie gegen die Jugendlichen, die den Busbahnhof als Treffpunkt nutzen, vorgegangen werden kann (wir berichteten).

„Die Stadt kann nur tätig werden, wenn die Personalien vorliegen“, erklärte Matthias Reps im AZ-Gespräch. Die Polizei, die den Bereich Busbahnhof nun auch verstärkt bei Streifenfahrten besuchen will, hatte bislang meist die Jugendlichen nur nach Hause geschickt. Das soll sich jetzt ändern, teilte der Hauptamtsleiter nach Gesprächen zwischen der Verwaltung und der Polizei mit. In Zukunft sollen die Beamten die Personalien der Jugendlichen aufnehmen, wenn sich diese unberechtigt am Busbahnhof aufhalten.

Die Namen werden an die Stadt Klötze weitergeleitet, die dann weitere Schritte einleiten kann. „Die Stadt kann nur bei Ordnungswidrigkeiten tätig werden, wenn es Personalien gibt“, konkretisierte Matthias Reps im AZ-Gespräch. Die Namen der Täter erfragen, dürfen die Mitarbeiter aber nicht. Die Personalien müssen von der Polizei aufgenommen werden, zum Beispiel beim Streifefahren. „Ansonsten haben wir keine Handhabe und können als Stadt nicht tätig werden“, betont der Hauptamtsleiter weiter.

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