Alte Kreisverwaltung und Zinnbergschule vorgeschlagen

Platz für Asylbewerber: „Klötze rückt in den Fokus“

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Die ehemalige Kreisverwaltung an der Poppauer Straße in Klötze könnte vom Kreis als Unterkunft für Asylbewerber genutzt werden. Allerdings hatte der Kreis den Gebäudekomplex vor Jahren verkauft. Mitarbeiter sollen nun entsprechende Gespräche führen.

Klötze. „Warum wurden in Klötze bislang noch keine Asylbewerber untergebracht?“, war eine Frage, die bei der Info-Veranstaltung des Altmarkkreises am Dienstagabend gestellt wurde. Eine Antwort darauf gab es im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung in Salzwedel nicht.

Dorthin kamen rund 200 Interessierte aus verschiedenen Orten, um zu erfahren, wo und wie die Hilfesuchenden künftig untergebracht werden. In diesem Jahr wird mit insgesamt 989 Kindern, Frauen und Männern gerechnet. Die vorhandenen Kapazitäten reichen nicht aus. Darum wird in der Hansestadt die Käthe-Kollwitz-Schule angemietet und die angrenzende Turnhalle zur Notunterkunft.

Darüber hinaus werden weitere Unterkünfte gesucht. Insbesondere aus den Zuhörerreihen wurde am Dienstagabend mehrfach die Purnitzstadt ins Spiel gebracht. Landrat Michael Ziche unterstrich, dass „Klötze in den Fokus rückt“. Auch deshalb, weil grundsätzliche Voraussetzungen gegeben sind. Dazu gehören Einkaufsmöglichkeiten, Anschluss an den Personennahverkehr, medizinische Versorgung, Kindertagesstätten sowie Schulen.

Vorschläge für mögliche Gebäude wurden seitens der Besucher genannt. Zum einen kam die Zinnbergschule zur Sprache. Diese gehört dem Kreis und wird seit diesem Schuljahr nicht mehr benötigt. Michael Ziche gab allerdings zu bedenken, dass ein nötiger Umbau kostenintensiv sei. Zudem hat er Bedenken, da sich das Objekt zwischen zwei aktiven Schulen befindet. Eine weitere Idee: die einstige Kreisverwaltung. Das Objekt befindet sich in Privatbesitz. Kreismitarbeiter wollen Gespräche führen. Genauso wie mit der Klötzer Wohnungsbaugesellschaft und der Wohnungsbaugenossenschaft.

Wie die Aufnahme von Asylbewerbern möglichst reibungslos funktionieren kann, erklärte Corinna Köbele, Initiatorin der Künstlerstadt aus Kalbe, die mit im Podium saß. Dort gab es zu Beginn Probleme mit rechten Schmierereien. Danach haben sich Vereine zusammengesetzt, um Lösungen zu finden. „Bitte gehen Sie auf die Menschen zu“, wünschte sich Corinna Köbele in Richtung der Einheimischen und unterstrich, dass das Kennenlernen ein wesentlicher Schlüssel zum Miteinander ist. Inzwischen gebe es in Kalbe zum Beispiel gemeinsames Kochen, Flüchtlinge bewirtschaften Gärten und ein internationaler Chor wurde gegründet. Grundvoraussetzung sei aber, dass die Hilfesuchenden möglichst schnell Deutsch lernen.

Von Christian Ziems

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