Geologie-Experten begeistert: „So etwas haben wir noch nicht gesehen!“

Klötze plötzlich „steinreich“: Landesamt sichert sich Achat-Probe

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Jürgen Lemke (88) neben seinem schwersten Fund: Diese Achat-Brekzie vom Klötzer Adolph-Frank-Platz begeistert jetzt sogar die Experten des Landesamtes.

Klötze – Aus der Sicht von Jürgen Lemke ist Klötze steinreich – jedenfalls mit Achat-Halbedelsteinen. Das hat sich nun auch bis ins Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt herum gesprochen. „Das Landesamt ist begeistert von der Achat-Brekzie.

Dieses Bruchstück geht demnächst nach Halle.

Ich werde dieser Tage eine wunderbare Probe des Halbedelsteins an die Experten übergeben“, sagte Jürgen Lemke. Seit nunmehr über 40 Jahren sammelt der 88-jährige Rentner nun Gesteine. Hunderte von ihnen, vor allem die Halbedelstein-Achate, hat er in handliche Stücke geschnitten, fein säuberlich poliert und dann in Glaskästen und Vitrinen liebevoll zusammen gestellt. „Besonders schön glänzen sie, wenn sie feucht sind oder vom Wasser umspült werden“, sagt Jürgen Lemke.

Seit über 40 Jahren sammelt Lemke Gesteine.

Der Achat von Klötze ist ein Halbedelstein und wurde von Lemke im Herbst 2012 im Klötzer Landeswald gefunden. „Von den im Altmarkkreis Salzwedel zu findenden Steinen ist er der bestimmende, seltene Stein“, formuliert Jürgen Lemke die herausragende Stellung. Der Klötzer Stein auf dem Adolph-Frank-Platz ist laut der Einschätzung des Landesamtes hinsichtlich der Größe, des Gewichtes und des Aussehens eine absolute Ausnahmeerscheinung. „Er ist daher im Landes-Geotop-Kataster erfasst worden und ist damit im Land eine der 700 wichtigsten geologischen Sehenswürdigkeiten.

Die Achat-Brekzie ist also eine Top-Rarität und genießt in der Region eine Ausnahmestellung. „Selbst viele erfahrene Geologen haben so etwas noch nicht gesehen“, sagte Konrad Schuberth vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt mit Dienstsitz in Halle/Saale.

Den Hintergrund der Stippvisite in Klötze erklärt Jürgen Lemke so: „Das Amt möchte gerne die genaue mineralische Zusammensetzung der Achat-Brekzie ergründen und herausfinden, aus welcher Region in Skandinavien er stammen könnte. „Zum Glück kann ich helfen, denn ich habe von dem Achat zwei Bruchstücke und eines davon stelle ich den Hallensern zur Verfügung“, so der Hobby-Sammler aus Klötze.

Foto-Aufnahmen von dem seltenen Halbedelstein hatte Konrad Schuberth bereits vor geraumer Zeit gemacht. Klötze könne sich freuen, solch eine Sehenswürdigkeit zu besitzen. Dies sei auch für den Tourismus förderlich.

Nach dem Besuch des Landesamtes in Klötze soll im Sommer dann alles Wissenswerte über die Achat-Brekzie ins Internet gestellt werden. „Auch meine Gesteins-Sammlung wird immer größer. Es gibt schon Platz-Probleme“, lacht Lemke.

VON KAI ZUBER

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