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Klötze macht nicht mit

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Eindrucksvoll: Das Glasfenster bringt zusätzliches Licht in das Treppenhaus des Schlosses.
Eindrucksvoll: Das Glasfenster bringt zusätzliches Licht in das Treppenhaus des Schlosses.

Klötze. 58 im Landkreis Stendal, 17 im Bördekreis und 29 im Altmarkkreis Salzwedel: So viele Denkmäler aus der Region sind in diesem Jahr für den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, auf der offiziellen Homepage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz angemeldet.

Noch einige mehr werden öffnen. Von den 29 offenen Denkmälern im Altmarkkreis steht der größte Teil in Salzwedel, wie immer. Auch in Kuhfelde, Dambeck, Arendsee und Gardelegen werden historische Gebäude geöffnet, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Und in Klötze? Da bleiben – wie in den vergangenen Jahren auch – die Türen fest verschlossen.

Einzig der Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling beteiligt sich mit dem Kunrauer Schloss an dem Gedenktag. Um 14 Uhr startet eine Führung durch das Gebäude und den angrenzenden Park, anschließend werden im Schloss Kaffee und Kuchen angeboten. Im vergangenen Jahr war der Denkmalstag in Kunrau sehr gut besucht, schon am Vormittag waren die ersten Besucher da, die spontan mit dem Auto von Ort zu Ort gefahren waren, um alte Gebäude zu besichtigen.

In Klötze und den eingemeindeten Orten fällt der Denkmalstag ansonsten aus. „Dabei ist das eine schöne Gelegenheit, sich zu präsentieren“, findet Bürgermeister Matthias Mann. Er würde sich eine Beteiligung „von unten“ wünschen. Es müsse nicht immer die Verwaltung der Vorreiter sein. Aber bei einer entsprechenden Initiative wäre es auch für ihn denkbar, an diesem Tag das Rathaus für die Besucher zu öffnen. „Es ist aber in Klötze immer schwer, Reserven zu mobilisieren“, schätzt Matthias Mann ein und blickt dabei beispielsweise auf das gescheiterte Weihnachtsdorfprojekt. Erst war die Euphorie groß, als sich die Interessenten aber fest anmelden sollten, blieben sie aus. „Ich würde mir mehr kleine Pflänzchen, mehr Sandkörnchen wünschen, die die Initiative ergreifen.“ Der Heimatverein gehe da mit gutem Beispiel voran, habe sich mit kulturellen Veranstaltungen wie dem Hofkonzert am vergangenen Wochenende etabliert. Auch, dass der Verein den Weihnachtsmarkt organisierte, honoriert der Bürgermeister.

Ulrich Koppe, Vorsitzender des Klötzer Heimatvereins, hatte seine Unterstützung für den Denkmalstag angeboten. „Aber wir als Verein allein können das nicht betreuen“, erklärt er. Er hatte auf Engagement der Verwaltung oder von Privatpersonen für diesen Gedenktag gehofft. Im kommenden Jahr soll nun ein neuer Anlauf genommen werden, den Denkmalstag auch in Klötze zu begehen.

Ein Gebäude, das zum Thema passt, gebe es in Klötze sicherlich. Denn dieses lautet in diesem Jahr „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Die Veranstalter von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wollen am zweiten Sonntag im September in jedem Jahr historische Gebäude in den Mittelpunkt stellen, um auf ihre Erhaltenswürdigkeit aufmerksam zu machen. Seit 1993 gibt es den Tag des offenen Denkmals bundesweit. Mit dem diesjährigen Motto sollen zentrale Fragen der Denkmalpflege aufgegriffen werden: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt „bequeme“ Denkmale. Über diese Fragen soll an diesem Tag diskutiert werden.

Kern des Tages ist es auch, keinen Eintritt für die Besichtigung der Denkmale zu verlangen. Viele Museen, die an den Wochenenden geöffnet sind, machen mit und verzichten an diesem Tag auf das Eintrittsgeld. So auch in Kunrau.

Historische Gebäude sind wichtige Zeitzeugen aus der Geschichte, finden nicht nur die Denkmalschützer. Aber selbst sie räumen ein, dass nicht jedes Gebäude erhalten werden kann oder muss. Als „unbequeme Denkmale“ bezeichnen die Veranstalter vor allem die, „die heute aufgrund der politischen und sozialen Umstände ihrer Entstehungszeit ein gewisses Unbehagen oder negative Gefühle auslösen“.

Von Monika Schmidt

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