Mitte Juni und immer noch haushaltslos

Klötzer Verwaltung setzt auf Doppel-Etat

Der Altmarksaal in Klötze soll umfangreich saniert werden. Die Stadt braucht aber zunächst einen Haushaltsplan, um die Investition planen zu können.
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Der Altmarksaal in Klötze gehört zu den Investitionen, die die Stadt eigentlich in Angriff nehmen wollte. Ohne Haushaltsplan ist das aber nicht möglich.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Große Baumaßnahmen werden in diesem Jahr in Klötze wohl nicht mehr gestartet werden können. Der Grund: Die Stadt hat noch keinen aktuellen Haushaltsplan für das Jahr.

Klötze – Das Jahr ist schon zur Hälfte rum und die Stadt Klötze hat immer noch keinen Haushalt. Das hat es in der Geschichte der Einheitsgemeinde noch nicht oft gegeben.

Viele verschiedene Faktoren sorgten in diesem Jahr dafür, dass der Etat für das laufende Jahr noch nicht beraten werden konnte. Ein Faktor ist Corona, ein anderer die Tatsache, dass in dem vorbereiteten Zahlenwerk der Verwaltung ein riesengroßes Loch klafft. Auf zwei Millionen Euro hatte Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps das Defizit beziffert. Er hatte die Stadträte aufgerufen, Vorschläge für Einsparungen, Kürzungen und Verschiebungen zu machen. Doch die Zahl der Vorschläge war recht übersichtlich, sie ging gegen Null.

Also machte sich nun die Verwaltung im Klötzer Rathaus selbst daran, Kürzungen vorzunehmen. Um rund 500 000 Euro konnte das Defizit so reduziert werden. Ausgeglichen ist der Etat damit aber noch nicht.

Kämmerei schlägt Doppel-Haushalt vor

Da das Jahr schon sehr weit fortgeschritten ist, ist die Wahrscheinlichkeit, neue Baumaßnahmen in diesem Jahr noch zur Umsetzung zu bringen, eher gering. „Wir müssen im Einzelnen gucken, was in diesem Jahr noch zu realisieren ist“, erklärte deshalb Matthias Reps auch auf AZ-Anfrage. Er möchte den Klötzer Stadträten vorschlagen, angesichts des fortgeschrittenen Jahres einen Doppel-Haushalt für 2021 und 2022 zu beschließen. Dann könnten viele Maßnahmen in diesem Jahr noch geplant, angeschoben und vorbereitet werden, um sie dann zügig im kommenden Jahr umsetzen zu können. Es müssten nicht erst die Haushaltsberatungen für das aktuelle Jahr abgewartet werden, nennt er einen Vorteil. „Ein Doppel-Haushalt 2021/22 ist das Ziel der Verwaltung“, gab der Kämmereiamtsleiter deshalb als Marschrichtung aus. „Dann sind wir im nächsten Jahr gleich dabei“, begründete er. Der Vorschlag muss vom Stadtrat aber noch beraten werden.

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