Keine Prunksitzung im November in Klötze

Bürgermeister muss trotzdem einen Schlips lassen

Eine Karnevalsprinztessin schneidet dem Bürgermeister vor dem Rathaus zur Sessionseröffnung den Schlips ab.
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Die Klötzer Karnevalsprinzessin darf 2021 wieder beim Bürgermeister einen Schlips abschneiden.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Es gibt im November in Klötze noch keine Prunksitzung des Karnevalvereins, aber eine Sessionseröffnung mit etwas mehr Programm.

Klötze – „Wir haben ganz basisdemokratisch abgestimmt“, berichtet Marco Müller vom Klötzer Karnevalsverein. Denn nicht der Vorstand wollte allein entscheiden, sondern sich das Votum seiner Mitglieder einholen, ob sie sich eine Prunksitzung im November vorstellen können. Es wurde heiß diskutiert. Es gab viele verschiedene Meinungen, ein Für und Wider, fasst der stellvertretende Vorsitzende des KKV zusammen. Am Ende fiel die Entscheidung: Es wird im November keine Prunksitzung in Klötze geben. „Wir haben das Für und Wider abgewogen und die Corona-Verordnungen ausgiebig studiert“, beschreibt Marco Müller. Für die Klötzer Narren stand fest, dass es keine 2 G-Regelung geben soll, um niemandem von der Session auszuschließen und auch keine Spaltung bei den Besuchern und den Vereinsmitgliedern zu erzeugen. Aber bei 3 G, mit weniger Besuchern und größeren Abständen, stellt sich für den Verein auch die finanzielle Frage. Dabei kamen Vorstand und Mitglieder zu dem Schluss, dass sich unter diesen Umständen eine Karnevalsveranstaltung für den Verein nicht rechnet. „Kostendeckend ist das nicht realisierbar“, so die Erkenntnis von Marco Müller. Ganz aufgeben wollen die Klötzer Karnevalisten die neue Session aber nicht. Sie blicken optimistisch ins nächste Frühjahr und hoffen auf weitere Erleichterungen bei den Einschränkungen. Dann soll es wenigstens eine Veranstaltung geben. Ob Weiberfastnacht, Kinderkarneval oder sogar der Tulpensonntagsumzug umsetzbar sind, das steht noch nicht fest. Der KKV bleibt auf jeden Fall am Ball. „Wir freuen uns so, dass die Mitglieder mitziehen“, sagt Marco Müller. Anders als bei anderen Vereinen haben alle Karnevalisten zur Stange gehalten, auch wenn es zwei Jahre lang wegen Corona keinen Karneval gegeben hat. „Diese Treue zeigt, dass wir ein intaktes Vereinsleben haben.“

Sessionseröffnung am 14. November

Das können die Klötzer Narren öffentlich unter Beweis stellen. Denn in diesem Jahr soll es wenigstens wieder einen 11. 11. geben. Wenn auch nicht an diesem Tag, dafür aber mit einem etwas größeren Programm, kündigt Marco Müller an. Am Sonntag, 14. November, wollen die Narren um 14.14 Uhr vor dem Rathaus aufziehen, um Ortsbürgermeister Raimund Punke den Schlips abzuschneiden. „Vorher gibt es vermutlich den längsten Karnevalsumzug, den Klötze je gesehen hat, denn wir müssen ja die Abstände einhalten“, blickt Marco Müller mit großer Vorfreude voraus. Auf dem Schulplatz werden die Tanzgruppen des Vereins von den Minis bis zu den Funken ihr Können demonstrieren, auch weitere Überraschungen sind geplant. Natürlich gibt es auch den üblichen Kamelle-Regen für die jungen Zuschauer. „Das ist alles an der frischen Luft, da kann nichts passieren“, ist Marco Müller zuversichtlich, dass zumindest der Karnevalsauftakt in Klötze gefeiert werden kann. So kann der KKV wenigstens symbolisch in die neue Session starten.

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