„Nicht auf Teufel komm raus“

Klötze: Entscheidung zum Martinimarkt soll spätestens im Juni fallen

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Die Stadt Klötze hat noch keinen Plan, wie in diesem Jahr angesichts der Corona-Pandemie Abstands- und Hygieneregeln auf dem Martinimarkt eingehalten werden sollen. Eine Absage des Rummels steht im Raum.

Klötze – Bis mindestens 31. August wird es in Deutschland keine Großveranstaltungen geben. Vermutlich gelten auch darüber hinaus Beschränkungen angesichts der Corona-Pandemie.

Veranstalter sind in der Bedrouille: Absagen oder Abwarten ist die Frage – auch bei der Stadt Klötze.

Vorbereitungen laufen

Mit dem Klötzer Martinimarkt, dem größten Innenstadtfest in der Altmark, steht im Oktober eine traditionelle Großveranstaltung auf dem Programm, die stets mehrere zehntausend Besucher aus der Altmark und dem angrenzenden Niedersachsen in die Purnitzstadt lockt. Ob das auch 2020 der Fall sein wird, ist noch offen. „Die Vorbereitungen zum Martinimarkt laufen derzeit im normalen Rahmen“, informiert Bürgermeister Uwe Bartels auf AZ-Anfrage. Es sei aber noch nicht abzuschätzen, wie die Lage im Herbst ist.

Der Martinimarkt fällt auf jeden Fall unter die Kategorie Großveranstaltungen mit über 1000 Besucher. Ob es vom Bund oder der Landesregierung auch über den August hinaus Beschränkungen geben wird, ist noch völlig unklar. „Wir hoffen, dass der Martinimarkt durchgeführt werden kann“, so Uwe Bartels zur AZ weiter. Dennoch beschäftigt sich die Verwaltung im Klötzer Rathaus aber auch mit einer möglichen Absage der Großveranstaltung.

Diese würde zum Beispiel dann zum Tragen kommen, wenn erhöhte Auflagen erteilt werden, die die Abstandsregelungen, Desinfektions- und Hygienevorschriften betreffen. „Dann muss er abgesagt werden“, erklärt der Klötzer Bürgermeister.

Erfahrungsaustausch

Eine endgültige Entscheidung dazu ist aber noch nicht getroffen worden. „Wir sind zu dem Thema auch im Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen“, erklärt der Klötzer Hauptamtsleiter Matthias Reps. So steht beispielsweise in Gardelegen das Hansefest noch auf der Kippe, das im September gefeiert werden soll. Die Stadt Salzwedel hat bereits reagiert und ihr Hansefest abgesagt. Auch im Nachbarlandkreis Stendal sind größere Veranstaltungen wie das Rolandfest in Stendal bereits für dieses Jahr auf Eis gelegt worden.

Entscheidung im Juni

Die Verträge mit den Schaustellern hat die Stadt Klötze bereits geschlossen. Derzeit werden sie überprüft, welche Veränderungen möglich sind. „Wir sind bemüht, das Fest anzubieten, aber nicht auf Teufel komm raus“, betont Matthias Reps. So werde beispielsweise überlegt, um mehr Abstände zu schaffen, den Martinimarkt nur einseitig mit Fahrgeschäften zu stellen. „Aber welche sollen wir dann auswählen und welchen absagen?“, fragt sich der Hauptamtsleiter. Auch eine Beschränkung der Zahl der Besucher, die sich gleichzeitig auf dem Rummel aufhalten dürfen, könnte neben dem Einhalten der Abstandsregelungen eine Forderung an den Veranstalter werden. Derzeit ist vieles noch in der Schwebe.

Während in München bereits das Oktoberfest für dieses Jahr abgesagt wurde, ringt die Klötzer Stadtverwaltung noch mit der Entscheidung. Diese soll aber, so kündigte Matthias Reps gegenüber der AZ an, „mindestens ein Vierteljahr vor dem Rummel, spätestens im Juni“ endgültig getroffen werden.

VON MONIKA SCHMIDT

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