Diskussion zur Friedhofssatzung in Klötze

Entsetzen über die Höhe der Gebühren

zwei Männer sitzen an einem Tisch
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Clemens-Paul Berlin (r.) stellte die neue Friedhofssatzung der Stadt Klötze im Wenzer Ortschaftsrat vor.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Je mehr Bestattungsvarianten in die Friedhofssatzung der Stadt Klötze aufgenommen werden, desto teurer werden die Gebühren. Der Stadtrat sucht einen Kompromiss.

Wenze – Dass es viele Fragen und Unklarheiten zur neuen Friedhofssatzung gibt, war dem zuständigen Sachgebietsleiter im Klötzer Rathaus, Clemens-Paul Berlin, auch schon aufgefallen. Aber nur ein Ortsbürgermeister, nämlich der Wenzer Marco Wille, hätte sich bislang direkt an ihn gewendet, bedauerte Berlin. Die Einladung Willes nach Wenze nahm der Sachgebietsleiter dann auch sehr kurzfristig an, um in der Ortschaftsratssitzung ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Vor allem zu der Frage, warum sich die Stadträte nur für eine der zusätzlichen Varianten entscheiden sollen: Alle Varianten anzubieten, treibe die Kalkulation in unbezahlbare Höhen.

Schon jetzt liegen die Kosten für die Friedhöfe bei 146 000 Euro. Durch eine ordentliche Kalkulation, die es bislang noch nicht gab, sollen die Kosten stärker auf den Bürger umgelegt werden. Allerdings hat die Verwaltung die zunächst vorgelegte Kalkulation zur neuen Satzung wieder zurückgezogen. Sie muss überarbeitet werden. Die Wenzer Ortschaftsräte schlackerten dennoch mit den Ohren. Die Gebühren für eine normale Erdgrabstätte beispielsweise sollten danach von 250 auf 1700 Euro ansteigen. Guido Ostermann konnte sich bei diesem Preissprung gar nicht wieder beruhigen. „Die alten Preise waren nicht kalkuliert“, war das eine Argument von Clemens-Paul Berlin. Und: „Die Stadt Klötze hat bei 10 000 Einwohnern 21 Friedhöfe“, so das zweite Argument für die hohen Kosten. Es gebe etwa 100 Nutzungsrechte, also Bestattungen, pro Jahr. „Den Aufwand kriegt man gar nicht wieder rein“, erklärte der Sachgebietsleiter. Seine Aufgabe war es, den gebührenfähigen Aufwand zu ermitteln, das sei reine Mathematik. Berechnet würden die Fläche je Friedhof und die Anzahl der Grabstellen, dazu der Bereitstellungsaufwand und die Verwaltungskosten. Daraus ergibt sich eine Gebühr pro Grab und Jahr multipliziert mit der Liegezeit.

Auf die Meinung der Ortsräte hören

Die Entscheidung über die Zahl der Varianten und die Gebühren liege letztendlich bei den Stadträten, betonte Clemens-Paul Berlin in Wenze. „Und der Stadtrat setzt sich in der Regel nicht über die Empfehlungen der Ortschaftsräte hinweg“, erinnerte Ortsbürgermeister Marco Wille. „Der Stadtrat ist nicht so weit weg von den Bürgern wie die EU in Brüssel. Wir werden auf die Ortschaftsräte hören“, gab sich der UWG-Fraktionsvorsitzende zuversichtlich. Die Wenzer Ortschaftsräte sprachen sich für die Möglichkeit aller Bestattungsformen in einer Satzung aus, auch wenn nicht alle Formen auf jedem Friedhof zum Einsatz kommen sollten. „Mehrere neue Varianten treffen aber die Allgemeinheit“, verdeutlichte Clemens-Paul Berlin nochmals, denn die steigenden Kosten für den Aufwand werden auf alle Grabstellen umgelegt.

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