Gestaltung Gardelegener Straße 44 vorgestellt: Betonwand, Infosäule, Sitzbänke und Kita-Spielplatz

Klötze baut die Mauer wieder auf

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Rechts und links Containerstahl, in der Mitte eine Betonmauer mit Winkelelementen und einem Hügel auf der Rückseite, davor zwei Bänke – so soll der städtebauliche Aspekt der Platzgestaltung berücksichtigt werden.

Klötze. Es wurde viel diskutiert, geplant und wieder verworfen. Letztendlich konnte Spielplatzplaner Alexander Schrader im Stadtrat gemeinsam mit dem Klötzer Planer Frank Philipp einen Vorentwurf für die Gestaltung der Freifläche an der Gardelegener Straße 44 vorstellen.

Planer Alexander Schrader (r.) zeigte den Stadträten, wie die neue Freifläche an der Gardelegener Straße gestaltet werden soll.

Da die Fläche ortsbildprägend ist und die Gestaltung im Rahmen der Städtebauförderung erfolgt, soll sich dieses Thema auch bei der Gestaltung wiederfinden. „Es ist eine einmalige Chance, das Gelände aufzuwerten“, warb Alexander Schrader für den Entwurf. Zudem soll eine Gefahrenstelle beseitigt werden, denn der Gehweg ist in dem Bereich teilweise nur 70 Zentimeter breit, so dass Fußgänger bei Gegenverkehr auf die Straße ausweichen müssen. Durch zwei Höhen und nur drei Materialien soll die Freifläche ein Blickfang werden. Geplant ist eine Betonmauer in zwei verschiedenen Höhen, die von Containerstahlplatten begrenzt wird. Dazwischen werden Winkelelemente gesetzt, um das frühere Gebäude auf dem Platz darzustellen. Über die Historie des Platzes und die Stadtsanierung sollen zwei Infosäulen Auskunft geben. Das dritte Material, Holz, ist für die Sitzbänke vor der Mauer vorgesehen.

Während die Betonwand von der Straße aus kahl bleiben soll, wird von der Kita-Seite aus ein Hügel vor die Wand gebaut. Von dem sollen die Kinder aus dem Spatzennest nicht nur den Überblick über ihren neuen Spielplatz behalten, sondern auch über die Mauer auf die Straße gucken können. Alexander Schrader kündigte eine „attraktive Bepflanzung für das stumpfe Dreieck“ an. Hecken an den Seiten sollen das Kita-Gelände vor Lärm und Staub schützen.

Neu gestaltet wird auch die Parkplatzsituation. An der Gardelegener Straße wird ein Parkplatz für die Kita-Mitarbeiter mit zwölf Stellplätzen neu geschaffen. Neben dem Spatzennest an der Neustädter Straße soll ebenfalls ein Parkplatz entstehen, dort sind sechs Plätze sowie ein Behindertenparkplatz vorgesehen, die zum Holen und Bringen der Kinder von den Eltern genutzt werden können. Die Stadträte waren skeptisch, ob nicht trotzdem weiter an der Straße geparkt wird. Der Eingangsbereich der Kita wird an die linke Seite verlegt und durch ein Tor von den Parkplätzen abgetrennt.

Sehr angetan zeigten sich die Stadträte von den Gestaltungsideen für die beiden Spielplätze der Kita. Dort ist unter anderem ein „multifunktionales Spielfeld“ mit einer Tribüne geplant, wo die Kinder nicht nur Fußball spielen oder Sport treiben können – die Fläche ist auch bei Kita-Festen für Aufführungen nutzbar. Weiterhin geplant ist ein Erlebnisweg, der mit Rollern und Rutscheautos benutzt werden kann. Natürlich darf ein Sandspielbereich nicht fehlen, dazu kommen neue Spielgeräte wie Nestschaukel, Wippe und ein größeres Gerätehaus für die Spielsachen, erklärte Alexander Schrader.

Der Spielplatz des Krippenbereichs wird näher an das Haus verlegt. Neu ist ein Naturgarten sowie eine Wildblumenwiese, die extensiv gemäht wird. „Die Blumenwiese ist für die Kinder spannender als englischer Rasen“, erklärte der erfahrene Spielplatzplaner, der auch schon den Spielplatz an der Kita Zinnbergzwerge geplant hat. Eine Hangrutsche, Wackelbrücken und ein Rodelberg runden die Gestaltung des Hügels ab, außerdem ist ein Hüttendorf geplant, in dem die Kinder Rückzugsmöglichkeiten finden.

„Es wird nicht alles bis in die letzte Ecke beplant, sondern es gibt noch freie Räume, wo sich etwas entwickeln kann“, erläuterte der Spielplatzplaner weiter.

Entwickeln muss sich auch noch die Finanzierung für das Vorhaben. Zwar gibt es schon eine Förderzusage für die Spielplatzgestaltung von einem Unternehmen, aber für das Gesamtprojekt, das aus der Sanierungsmitteln und dem Preisgeld für die barrierefreie Kommune finanziert werden soll, ist noch nicht alles in trockenen Tüchern, erinnerte Bürgermeister Matthias Mann. Die Gesamtkosten liegen – so erklärte er auf AZ-Anfrage – bei über 200 000 Euro.

Von Monika Schmidt

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