Neue Wassertretstelle in Schwiesau soll im Mai eröffnet werden

Kleinod an den Wiesen

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Wenn Dr. Wilfried Schielke an den Schwiesauer Wiesen sitzt, gerät er über die altmärkische Landschaft ins Schwärmen. „Was ich mit 72 Jahren noch kann, will ich in der Einheitsgemeinde Klötze machen“, begründet er den Umzug von Jemmeritz.

Schwiesau. „Wir haben nur das Privateigentum unserer Mitglieder abgeholt“, stellt der Klötzer Dr. Wilfried Schielke klar. Er sei mit seinem Freundeskreis Altmärkische Schweiz weiter daran interessiert, dass die Wassertretstelle in Jemmeritz erhalten bleibt.

Allerdings müsste sie von der Stadt Kalbe betreut werden. Die Vereinsmitglieder sehen sich dazu aus Altersgründen nicht mehr in der Lage. „Wir wollen uns jetzt auf Schwiesau konzentrieren“, erklärt er im AZ-Gespräch.

Anfang Januar hatte der Vorsitzende des Freundeskreises Altmärkische Schweiz die Aufgabe der Pflege in Jemmeritz in einem Schreiben an den Kalbenser Bürgermeister Karsten Ruth angekündigt. Über 3000 Besucher würden in den Sommermonaten dort hinkommen. „Es liegt darum nahe, dass die Wassertretstelle auch in der Zukunft für die Bürger erhalten bleiben sollte“, begründet Wilfried Schielke in dem Brief. Nur die privat angeschaffte Überdachung, zwei Bänke, das Vereinslogo des Freundeskreises und die Tafel mit den Kneipp-Empfehlungen wurden in dieser Woche abgeholt. Die Schrift an der Tafel soll erneuert werden, damit sie künftig den Wassertretern in Schwiesau Erläuterungen über die Lehren Kneipps gibt. Ab Mai, so hofft Wilfried Schielke, soll die neue Anlage gegenüber den Schwiesauer Teichen genutzt werden können.

Das Kleinod dort liegt dem Arzt besonders am Herzen. Immer wieder gerät er über die wunderschöne Natur der Altmark ins Schwärmen. Bad Wörishofen, der Heimatort Kneipps, weise längst nicht diese Schönheit auf, ist Schielke von der Altmark überzeugt. Jedes Wochenende ist er mit seinen Helfern in Schwiesau im Einsatz, um eine neue Wassertretstelle anzulegen. Bestimmt 200 Stunden hat der Klötzer schon investiert. Das Bachbett wurde vorbereitet, derzeit sind die Helfer dabei, die Böschungssteine zu setzen. „Das schaffen wir bis zum 3. Oktober“, ist Wilfried Schielke zuversichtlich. Stufen bis zum Einstieg in den Bach sind schon gepflastert, auch ein Handlauf soll noch in diesem Jahr gesetzt werden. „Der Bach hat fast Trinkwasserqualität“, ist Wilfried Schielke überzeugt. Er wischt ein paarmal mit dem Besen über die Steine, um die Ablagerungen zu entfernen. Kurz gewartet, und schon ist das Wasser ganz klar.

Am Uferrand wird noch eine Sitzgruppe aufgebaut und ein andalusischer Trockenbach gestaltet. Über dem Durchlass sollen Findlinge nach dem Vorbild japanischer Gartenkunst gelegt werden.

Es ist noch eine Menge zu tun. Dafür werden Mitstreiter gesucht: So müssen als letzter Arbeitsschritt Steine aus dem Bachbett gesammelt werden. Dann wird ein Vlies eingezogen und es werden ganz feine Kieselsteine in den Bach eingelassen, auf denen es sich angenehm gehen lässt. Auch auf Unterstützung von Handwerkern hofft Wilfried Schielke.

Von Monika Schmidt

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