Ein kleiner Happen für jeden Ort

Bereits im August, als sich der Hauptausschuss zum Vorort-Termin an der Immekather Kindertagesstätte traf, hatten die Eltern den Wunsch nach einer Alternative geäußert. Daran halten sie fest, wie am Mittwochabend im Ortschaftsrat bekräftigt wurde.

Immekath - Von Monika Schmidt. Die Immekather Eltern geben nicht auf. Sie wollen für die Kindertagesstätte eine Überdachung bekommen, damit die Sprösslinge im Sommer vor der Sonne geschützt im Freien spielen können. Nachdem vom Stadtrat im August die Mittel für die Maßnahme zur Sanierung der Jahrstedter Kita umgesetzt wurden, wird nach Alternativen gesucht. „Es gibt noch keinen neuen Stand“, musste Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz am Mittwochabend im Ortschaftsrat eingestehen. Zur Sitzung hatte er auf Bitten seines Rates den Klötzer Bürgermeister Matthias Mann eingeladen. Mit ihm konnten die anwesenden Eltern und die Ortschaftsräte direkt über das Thema diskutieren.

Ein konkretes Ergebnis gab es dabei nicht: Die Eltern wünschen sich die Überdachung. In den Nachtrag wurde sie aber nicht eingeplant, erinnerte Matthias Mann. Ob sich die Summe von 12 000 Euro dafür im kommenden Haushalt wiederfindet, vermochte er nicht zu sagen. „Die Chance ist nicht zu kalkulieren“, erläuterte Matthias Mann. Er erinnerte daran, dass in diesem Jahr ein Fehlbetrag im Etat nur durch die Rücklage ausgeglichen werden könne. Das sei aber keine dauerhafte Lösung. Mit allen Mitteln möchte der Bürgermeister eine Konsolidierung vermeiden, denn dann hätte die Stadt keine eigene Entscheidungsgewalt über Maßnahmen mehr. „Dann müssen wir eine Liste machen, nach der die freiwilligen Aufgaben gestrichen werden“, erläuterte er. Die Begehrlichkeiten der einzelnen Ortsteile für das kommende Haushaltsjahr sind vielfältig. Es werden im investiven Bereich aber wohl nur solche Maßnahmen aufgenommen werden können, für die es eine Förderung gibt. Die Überdachung für die Immekather Kita gehört nicht dazu. Nicht einig wurden sich die Eltern und der Bürgermeister, ob über das Konjunkturpaket II ausschließlich energetische Maßnahmen gefördert werden, wie dies der Bürgermeister beschrieb, oder im frühkindlichen Bereich eine Förderung sogar für den Kauf von Spielzeug möglich ist, wie das die Eltern den Förderrichtlinien entnommen hatten.

Matthias Mann nahm den Wunsch der Immekather Kita-Eltern mit, dass er sich als Einheitsgemeinde-Bürgermeister für die Überdachung stark machen sollte.

Auch die Ortschaftsräte unterstützten diesen Wunsch. „In der Klötzer Kita wurden 60 000 Euro für eine Überdachung ausgegeben, da sollten doch 12 000 Euro für unsere Kinder auch da sein“, stellte Peter Gebühr fest. Den früheren Gemeinden seien die Hände gebunden. „Wir können nichts mehr machen, um die kleinen Ansprüche unserer Einwohner zu erfüllen“, machte sich bei ihm Resignation breit. „Da fühle ich mich als Ortschaftsratsmitglied ganz schön blöd.“

Der Immekather Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz, der sich in allen Sitzungen des Hauptausschusses und Stadtrates für die Überdachung stark gemacht hatte, war skeptisch, ob für den Wunsch noch einmal Fördermittel zu bekommen sind. „Aber man kann einen Haushalt so aufstellen, dass 13 000 Euro über sind, oder so, dass man 100 000 Euro im Minus hat“, machte der Ortsbürgermeister deutlich. Bei allen finanziellen Einbußen des Jahres sollte der Etat doch so gestrickt werden, dass „jeder Ortschaft daraus ein kleiner Happen abgegeben wird, damit die Ortschaftsräte auch wissen, warum sie da sind, nämlich, um etwas Positives für ihre Orte zu tun“, erklärte Hans-Jürgen Zeitz. Ansonsten würde sich die Arbeit in den Ortschaften auf die Gratulation bei Geburtstagen beschränken.

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