Wegen Wolfssichtungen: Eltern sind besorgt / Bürgermeister forderte schnelle Gesetzesänderung

Kitas streichen Waldausflüge

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Mittagessen im Wald, wie es seit Jahren zu den Waldwochen der Kunrauer Kindertagesstätte gehörte, sind erst einmal gestrichen. In den Einrichtungen der Stadt wird es in diesem Jahr wegen der Wolfssichtungen keine Ausflüge in den Wald mehr geben.

Klötze. „Die Eltern sind beunruhigt.“ Das erfuhr Bürgermeister Matthias Mann bei einer turnusmäßigen Beratung mit den Kita-Leiterinnen, berichtete er am Mittwoch im Hauptausschuss. Grund für die Beunruhigung: der Wolf.

Nachdem in den zurückliegenden Jahren bereits Zecken und der Eichenprozessionsspinner Ausflüge der Kindereinrichtungen in die Natur zu einer gefährlichen Angelegenheit werden ließen, haben die jüngsten Wolfssichtungen und -risse in den Ortsteilen der Einheitsgemeinde die Besorgnis der Eltern noch gesteigert. Tenor der Sorge: Es soll keine Waldtage oder -wochen in den Einrichtungen mehr geben.

Die Verwaltung hat Verständnis für die Sorgen der Eltern. Waldwochen wird es in diesem Jahr nicht in Klötze geben. Aber eine Lösung könne das nicht sein, betont der Bürgermeister. „Die Gesellschaft muss sich Gedanken machen, das ist ein drängendes Problem“, erklärte Matthias Mann im Hauptausschuss. Die Wolfspopulation sei nachweislich da, die Tiere zeigen keine Scheu und sind am helllichten Tag unterwegs, beschrieb der Bürgermeister. Gerade auch mit Blick auf das Tourismuskonzept fordert Matthias Mann Lösungen.

Die Kommunen könnten nicht einerseits ein Tourismuskonzept erstellen und andererseits gehe niemand mehr in den Wald, weil dort der Wolf unterwegs ist. „Es scheint als habe der Wolf einen Heiligenschein“, kritisiert Matthias Mann, dass die Tiere geschützt sind. „Hat er bei uns überhaupt eine Daseinsberechtigung?“, fragt sich der Bürgermeister.

Es müsse schnell eine Entscheidung geben, die Gesetze müssten entsprechend geändert werden, um die Ausbreitung des Wolfs einschränken zu können.

Die Sorge der Eltern setzt der Klötzer Bürgermeister über die Bedürfnisse des Naturschutzes. Es müsse Druck aus der Bevölkerung gemacht werden, damit in Zukunft die Einwohner der Einheitsgemeinde wieder sicher im Wald unterwegs sein können, fordert Matthias Mann, der sich sehr wohl bewusst ist, dass Gesetzesänderungen einen langen Atem benötigen.

Von Monika Schmidt

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