„Kirche wird die Schule des Himmelreiches nie verlassen“

Propst Christoph Hackbeil hielt gestern Nachmittag beim Reformationsfest im Klötzer Altmarksaal die Predigt.

Klötze - Von Peter Lieske. Die Archäologie stand gestern Nachmittag im Mittelpunkt des Reformationsfestes im Klötzer Altmarksaal. Mehr als 200 Christen waren der Einladung gefolgt. Zu Beginn ließ Pfarrer Andreas Henke die Gäste der jeweiligen Pfarrbereiche Klötze, Kusey, Steimke, Beetzendorf-Jeeben, Rohrberg, Jübar und Klötze die Hand heben, um zu sehen, woher sie kommen. In der folgenden Stunde wurde deutlich, dass alle Pfarrbereiche in die Gestaltung des Gottesdienstes an diesem Feiertag der protestantischen Kirche integriert waren, der unter dem Thema „Auf den Grund gehen“ stand.

Im wahrsten Sinne des Wortes ging Pfarrer i. R. Klaus Pacholik dem Glauben auf den Grund. Er betrat als Archäologe den Saal. An den Tischen fand er Spuren, wie schwarze Stellen in der Erde, die auf einen Baum hinweisen. Daraufhin zeigte Jübars Gemeindepädagogin Steffi Hohmann einen Baum, der mit Hoffnungsgedanken geschmückt war. An einem anderen Tisch entdeckte der Archäologe etwas Rundes wie einen Brunnen, den er „Gebet als unterirdische Kraftquelle“ bezeichnete.

Diese kleine Inszenierung mit dem Einbeziehen der Christen aller Pfarrbereiche gefiel dem Propst Christoph Hackbeil, der aus Halberstadt in die Altmark zurückgeeilt war, um in Klötze die Predigt zu halten. Im Halberstädter Dom wurde nicht geheizt. Wie zu Luthers Zeiten musste er dort die Gebete singen. Im warmen Altmarksaal sprachen die Pfarrer ins Mikrofon und sie bauten moderne Wissenschaft in die Gottesdienstgestaltung ein. „Sie feiern zeitgemäß, authentisch, modern“, sagte der Propst. „Bei Reformation geht es um die Erneuerung der Kirche.“ Deshalb dürfe aber nicht alles über Bord geworfen werden. Vielmehr gehe es um die Verknüpfung von Altem mit Neuem, bezog er sich auf die Gleichnisrede von Jesus in Matthäus 13.

Die Kirche müsse auf das hören, was die Menschen denken. „Es ist ein Irrtum zu glauben, wir wüssten schon alles“, sagte der Propst und machte deutlich: „Die Kirche wird die Schule des Himmelreiches nie verlassen.“ Das gelte insbesondere für das neue Gebilde, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). „Sie muss interessiert sein“, betonte er und sagte mit Blick auf den Feiertag: „Jesu-Wort mit Aktuellem zu vergleichen, ist eine reformatorische Übung, eine Ausbildung in allen Zeiten.“

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