„Keinesfalls ein Gefälligkeitsgutachten“

Die Investoren aus Bad Bentheim sind mit einigen Darstellungen, die Günter Zogbaum in seinem Leserbrief (AZ vom 22. Oktober) bezugnehmend auf die Infoveranstaltung am Dienstag, 19. Oktober, getroffen hat, nicht einverstanden. Stellvertretend für die Gesellschafter schreibt Holger Koelmann aus Bad Bentheim:

„Einige Aussagen, die Günter Zogbaum in seinem Leserbrief macht, können wir so nicht unkommentiert lassen.

Die Angaben des Herrn Zogbaum über die gestiegene Schweinefleischproduktion in Deutschland sind natürlich richtig, beziehen sich aber auf alle in Deutschland geschlachteten Schweine, also auch die Lebendimporte aus anderen Ländern.

Diese sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen und werden leider statistisch als deutsche Erzeugnisse erfasst.

Ob man den steigenden Import lebender Schweine nun einer Produktion im eigenen Land vorzieht, muss dann jeder selber entscheiden.

Die von uns vorgetragenen Zahlen zur rückläufigen Entwicklung der Schweinebestände in Deutschland sind aber definitiv korrekt.

Aus unserer Heimatgemeinde müssen Nährstoffe für etwa 3 000 Hektar exportiert werden, im gesamten Landkreis für etwa 11 000 Hektar. Das kostet Geld und verteuert die Produktion. Dem gegenüber hat die Gülle in den Ackerbauregionen einen Düngewert von etwa acht bis zehn Euro je Kubikmeter. Das erklärt auch, weshalb es nicht schwierig ist, Abnehmer für die Gülle zu finden.

Die Zahl der tatsächlichen Transporte lässt sich wie folgt überschlagen:

– Anlieferung von 25 000 Ferkeln bei 700 Ferkeln/Lkw ergibt 36 Transporte.

– Abfuhr von 25 000 Mastschweinen bei 170 Schweinen/Lkw sind 147 Transporte.

– Futter: 260 kg/Schwein bedeuten 6500 Tonnen Futter, bei 24 Tonnen/Lkw also 271 Transporte.

– Gülle: 8 250 Mastplätze mal 1,5 m³ Platz/Jahr ergeben 12 375 m³, bei 24 m³ je Transport errechnen sich also 516 Transporte im Jahr.

– Sonstiges: Gaslieferungen, Kadaverabholung, etc. dürfte mit 50 Transporten im Jahr gut abgedeckt sein.

Somit errechnen sich 1020 Transporte. Wir sind gespannt, ob Herr Zogbaum seine Zahl von 5 000 Transporten (oder auch „nur“ 2 500 Lkw-Frachten) ähnlich detailliert erläutern kann.

Dass die Berechnungen des Gutachters schon in der Versammlung widerlegt wurden, ist falsch.

Eine Aussage wie „Egal, was die rechnen, stinken und lärmen wird es doch“ reicht nicht aus, um ein Gutachten zu widerlegen, das in letzter Konsequenz auch einer gerichtlichen Prüfung standhalten muss.

Es handelt sich hierbei keinesfalls um ein „Gefälligkeitsgutachten“, uns wurden im Gegenteil vom Gutachter zusätzliche Maßnahmen für etwa 180 000 Euro auferlegt, um die geforderten Grenzwerte jederzeit sicher einhalten zu können.

Wie können wir als Antragsteller mehr Sachlichkeit und Ehrlichkeit einbringen, als durch die Aussagen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger?“

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