Keine neuen Ge- und Verbote

Klötze: Ausweisung als Biosphärenreservat als Chance begreifen

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Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung Drömling (l.), erklärte den Stadträten, wie die Ausweisung als Unesco-Biosphärenreservat zustandekommen kann. Die Kommunen müssen bis Ende Mai Stellung beziehen.

Klötze. Bis Ende Mai sollen sich die Kommunen am Drömlingsrand positionieren, wie sie zur geplanten Ausweisung des Drömlings als Biosphärenreservat stehen.

Um den Klötzer Stadträten die Entscheidung zu erleichtern, war Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung, am Mittwoch im Stadtrat zu Gast. Er berichtete über den Stand der Dinge und die Auswirkungen, die das Biosphärenreservat für die Kommunen hat. „Das Biosphärenreservat soll keine neue Einschränkungen bringen“, versicherte Braumann. Ganz im Gegenteil: „Es soll neue Möglichkeiten eröffnen. “ Die Entscheidung des Klötzer Stadtrates soll in der Mai-Sitzung fallen.

In einem Eckpunktepapier haben die Beteiligten, von den Landwirten über die Kommunen bis zur Naturparkverwaltung, ihre Forderungen zusammengetragen. Bei der Beratung im März in Klötze (wir berichteten) wurden noch einmal 22 Stellungnahmen bearbeitet.

Den Status eines Unesco-Biosphärenreservats bekommt nur, wer etwas Einzigartiges vorweisen kann. Im Falle des Drömlings ist das zum einen die Moordammkultur, die es in dieser Größenordnung nirgendwo sonst gibt, und das noch funktionierende Stauanlagensystem, mit dem das Land der 1000 Gräben be- und entwässert wird, erläuterte Fred Braumann. Der vorhandene Naturpark und die bereits geschützten Flächen im niedersächsischen Drömling reichen aus, um als Biosphärenreservat anerkannt zu werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Ortslagen mit in die Entwicklungszone zu nehmen. Darüber soll in Kusey, Neuferchau, Kunrau, Jahrstedt und Wenze beraten werden. Fred Braumann wird auf Wunsch in den Ortschaftsräten zu Gast sein und die Vor- und Nachteile des Verfahrens erläutern. Die Entscheidung, ob die Ortslagen ins Gebiet genommen werden, trifft der Stadtrat, kündigte Bürgermeister Matthias Mann an. Er sieht darin eine große Chance für die weitere Entwicklung der Ortslagen, auch in Bezug auf die Gewinnung von Fördermitteln. Grobe Grenze des neuen Gebiets könnte dann die L 23 werden. „Das bedeutet aber nicht, dass dann nur die Grundstücke südlich der Straße in die Entwicklungszone fallen, sondern die Entscheidung gilt für den gesamten Ort“, erläuterte der Bürgermeister.

Der Antrag auf Anerkennung als Biosphärenreservat wird im Übrigen nur gestellt, wenn die Kommunen eine positive Stellungnahme dazu abgeben, erinnerte Fred Braumann. Bevor das passiert, wird zunächst die neue Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet (LSG) erfolgen. „Die Verordnung wird voraussichtlich Ende April bestandskräftig“, erklärte der Leiter der Naturparkverwaltung. Dort sind die Ortslagen herausgelöst, neu im Schutzgebiet liegt das Kuseyer FFH-Gebiet. „In der Bios-phärenreservatsverordnung gibt es keine neuen Gebote und Verbote“, erklärte Fred Braumann. Das werde bereits alles über die LSG-Verordnung geregelt.

Henry Hartmann (CDU) aus Neuferchau, als Landwirt in das Verfahren involviert, erklärte: „Die LSG-Ausweisung betrifft uns viel mehr als das Biosphärenreservat.“ Der Neuferchauer kritisierte, dass die Betroffenen nicht so in das Verfahren eingebunden wurden, wie sie sich das gewünscht hatten. „Es gibt einen Flächenfraß von innen nach außen, das sind meine Bedenken“, sagte er und verwies darauf, dass sich der Naturpark immer weiter nach außen vergrößere und viele Flächen somit von den Landwirten nicht mehr bearbeitet werden können. „Das Ganze wird mit Fördermitteln angeschoben, aber dann müsste es alleine laufen“, wünschte sich Hartmann. Stattdessen würden immer weitere Mittel in den Naturpark gepumpt.

Dass von dieser umfangreichen Förderung auch die Landwirte im Drömling profitieren, die Ausgleichszahlungen für die Flächen erhalten, die in den Kernzonen nicht bewirtschaftet werden können, erinnerte Bürgermeister Matthias Mann. Er sah die Landwirte durchaus als Profiteure des Naturparks an.

Von Monika Schmidt

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