Landesweiter Streik / Kinder blieben auch gleich zu Hause

Keine Lehrer, keine Schüler

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Ein Plakat direkt unter dem Namenschild der Schule verkündete es: Die Lehrer an der Purnitzschule beteiligten sich gestern am Streik in Leipzig. Auch viele Kinder blieben fern. Nur 70 von insgesamt 190 Schülern kamen überhaupt.

Klötze. Tausende Lehrer aus ganz Sachsen-Anhalt von Schulen und Hochschulen folgten gestern dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie legten die Arbeit nieder und fuhren nach Leipzig zur zentralen Kundgebung auf den Augustusplatz.

Der Grund: 5,5 Prozent mehr Lohn verlangen die Lehrkräfte.

Geschlossen blieben die Schultüren in der Einheitsgemeinde Klötze und anderswo aber nicht, denn trotz Streik herrscht Schulpflicht in Sachsen-Anhalt. Ein Betreuungsangebot mussten die Schulen sicherstellen. Für verbeamtete Lehrer war es also ein fast normaler Arbeitstag.

Aber nicht nur die Lehrer streikten, auch der Großteil der Kinder und Jugendlichen kam gar nicht erst. „An normalen Unterricht ist nicht zu denken. Die Zeit wird aber trotzdem sinnvoll genutzt“, erklärte der Schulleiter der Dr.-Salvador-Allende-Schule, Jörg Kägebein, gestern auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. „Wir sind hier von der ersten bis zur sechsten Stunde. Die zehnten Klassen bereiten sich heute auf ihre anstehenden Prüfungen vor. Die anderen lernen, machen Hausaufgaben und üben für Arbeiten. Es ist also keine reine Aufsicht“, erklärte Kägebein.

Und auch für die Grundschüler an der Purnitzschule fiel der normale Unterricht aus.

„Wir haben die Betreuung natürlich abgesichert“, bestätige Schulleiterin Dana Saalfeld. Etwa die Hälfte der Kinder blieb dennoch zu Hause, der Schulhof wirkte leer. Wer kam, verbrachte die Zeit mit Bastelangeboten, Lernspielen, im Computerkabinett sowie mit ausführlichem Spielen an der frischen Luft. Dana Saalfeld befürwortet die Aktion der GEW und unterstützt ihre streikenden Kollegen: „Ich hoffe das hilft auch und der Streik bringt was.“

Die abwesenden Schüler brauchen übrigens keine Fehlstunden befürchten. Eine Entschuldigung von den Eltern reicht völlig aus.

Von Katharina Schulz

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