Im Böckwitzer Museum gibt es auch bei Frost eine Menge zu tun

Kein Winterschlaf im Schnee

Idyllisch stehen die frisch aufgearbeiteten Pflüge und Eggen im Schnee: Im Böckwitzer Landwirtschaftsmuseum ist gerade Winterpause. Trotzdem ruht die Arbeit nicht, es gibt viel zu tun.

Böckwitz. Es ist saukalt. Nicht nur draußen, auch in den Räumen des Böckwitzer Museums. Scheunen, aus Holz zusammengezimmert, waren früher schon nicht besonders gut isoliert.

Eine Feuerstelle in der Küche oder der Diele sorgte für etwas Wärme, um die sich Bewohner und Vieh drängten. Aber was ist mit den Räumen, die nicht regelmäßig genutzt wurden? Das Backhaus zum Beispiel: „In vielen Dörfern gab es ein oder zwei Backhäuser, in denen ein- bis zweimal im Monat Brot und Kuchen gebacken wurde“, weiß Ingrid Schumann, Vorsitzende des Böckwitzer Museumsvereins. Isoliert waren die Wände deshalb nicht. Der Verein hat selbst eins dieser alten Backhäuser auf dem Museumsgelände. Und auch dort sind die Innentemperaturen derzeit weit unter dem Gefrierpunkt. Das beweist nicht nur die Atemwolke, die beim Erzählen zu sehen ist. Ein optischer Beweis sind auch gefüllte Eimer, auf denen sich einen dicke Eisschicht gebildet hat. Jedes Jahr wieder muss der Museumsverein im Winter um seine Leitungen in der Küche des Backhauses zittern. Denn natürlich kann der Verein den Backofen nicht rund um die Uhr heizen, um die Innentemperaturen anzuheben. Schließlich ist – auch wegen der Kälte -– im Museum von November bis April Winterpause. Ein Ofen, der gelegentlich angefeuert wird, um die Leitungen freizuhalten, schafft Abhilfe.

„Aber trotzdem gibt es im Winter genug zu tun“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Denn die Hände in den Schoß zu legen, das ist für Ingrid Schumann und ihren Vorstand nicht drin. Dafür sind die Pläne zur Umgestaltung der Ausstellung viel zu umfangreich. Sobald es die Temperaturen im Winter einigermaßen zulassen, wird umgeräumt: „Wir haben noch so viel Exponate für die Grenzausstellung aus Brome, die wir unbedingt zeigen wollen“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Deshalb wird während der Winterpause die Grenzausstellung umgestaltet. Wo bislang ein großer Esstisch und eine Vitrine mit Porzellan standen, sollen künftig die Aufsteller aus Brome präsentiert werden. Überhaupt sollen die Ausstellungsstücke thematisch besser geordnet werden. Im Stall, wo die landwirtschaftlichen Maschinen präsentiert werden, hat der Verein damit schon angefangen. Alte Truhen und ein Kleiderschrank haben dort nichts zu suchen. Die Geräte wurden so gestellt, dass der Besucher sie von allen Seiten betrachten kann. Die Maschinen zu beschriften, ist ebenfalls eine typische Winterarbeit im Museum.

Im Obergeschoss soll künftig eine kleine Wohnung präsentiert werden. Schlafzimmer und Küche gibt es schon, dazu sollen eine Wohnstube und ein Esszimmer kommen.

„Es ist erstaunlich, wie viele Geräte sich angesammelt haben“, stellt Ingrid Schumann beim Umräumen immer wieder fest. So hat der Verein den Schauer hinter der Scheune leer geräumt. Die Wände wurden geweißt und schadhafte Balken ausgewechselt. Ein Trabi und ein alter LO-Lkw sollen dort künftig präsentiert werden. Bei Veranstaltungen, wie dem im Juni erstmals geplanten Chorkonzert, können sie leicht für eine Bühne beiseitegerollt werden. Die Akustik unter dem Schauer ist viel besser als auf dem Hof, zudem werden die Zuschauer nicht nass.

Von Monika Schmidt

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