Kein weißer Breitband-Fleck mehr

Umwelt-Staatssekretär Jürgen Stadelmann (r.) überreichte gestern an den Klötzer Bürgermeister Matthias Mann den Zuwendungsbescheid für die Breitbanderschließung in sechs Dörfern. Damit gibt es in der Stadt keinen weißen Fleck mehr in der DSL-Versorgung.

Klötze - Von Peter Lieske. In etwa sechs Monaten werden in Wenze, Quarnebeck, Trippigleben, Dönitz, Schwarzendamm und Altferchau die Voraussetzungen für den Zugang zum schnellen Internet gegeben sein. Diese Prognose gab gestern Wolfgang Jeske vom beauftragten Unternehmen im Klötzer Rathaus ab, nachdem die Stadt Klötze den Zuwendungsbescheid für die Breitband-Erschließung erhalten hat. Für diese sechs Orte hatte sich die Stadt für die Funk-DSL-Lösung entschieden. Diese kann nun umgesetzt werden.

Den Zuwendungsbescheid brachte Jürgen Stadelmann, Staatssekretär im Umweltministerium, gestern nach Klötze mit. Im Rathaus überreichte er diesen in Höhe von 238 000 Euro. Damit erhalten 1 300 Einwohner, etwa 800 Haushalte, einen Zugang zum schnellen Internet, berichtete der Staatssekretär weiter. Es sei erfahrungsgemäß davon auszugehen, dass sich die Anzahl der Anschlüsse nach dem Ausbau deutlich erhöhen wird.

Die moderne Funk-Technik sei „für absehbare Zeit die zukunftsfähige Lösung“, sagte Bürgermeister Matthias Mann. Er machte deutlich, dass die Nutzung der Funk-Lösung die derzeit beste Möglichkeit sei, die Region mit Breitband zu versorgen. Die Schaffung der Grundvoraussetzung von fünf bis zehn Megabit könne aber nur als Übergangslösung gesehen werden.

Laut Bewilligungsbescheid bleibt bis August 2011 Zeit, das Vorhaben umzusetzen. Das Unternehmen verfolge aber das Ziel, die Erschließung bereits in sechs Monaten zu erledigen, wie Wolfram Jeske weiter informierte.

Zunächst werde die Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Unternehmen unterzeichnet, dann müsse Planungssicherheit geschaffen werden, sagte Wolfram Jeske und ging auf den weiteren zeitlichen Rahmen der Maßnahme ein. Da die Maßnahme vor allem im Raum Wenze mit viel Tiefbau verbunden ist, müssen baurechtliche Voraussetzungen geschaffen werden.

Spätestens am 9. August soll für Kusey/Kunrau ein neuer Netzknotenpunkt geschaltet werden. Dieser ermögliche weitere Möglichkeiten der Nutzung von DSL, so die Telefonie. Zudem werden mit der Schaltung zwei Netze zusammengeführt. Dieses erhöhe die Ausfallsicherheit.

In einem kleinen Rückblick machte Matthias Mann die rasante Entwicklung der Breitbandversorgung deutlich. So erinnerte er an die Anfänge der Bürgerinitiative AltmarkDSL vor fünf Jahren an der „Keimzelle Kusey mit den Geburtshelfern“ Axel Schulz von der BI, Pfarrer Bernd Schulz, dem Unternehmer Wolfram Jeske und ihm als damaligen Kuseyer Bürgermeister. Wie wenig Interesse damals an DSL bestand, habe seine Einladung damals als Kreistagsabgeordneter gezeigt. Alle Kreistagskollegen hatte er eingeladen, aber nur zwei waren zur Informationsveranstaltung erschienen. Dieses Beispiel habe gezeigt, dass „Projekte und Ideen einen langen Atem“ brauchen. Fünf Jahre später zeige der Bewilligungsbescheid, „dass die Einheitsgemeinde nicht mehr zu den weißen Flecken in der DSL-Versorgung gehört.“

Dankbar für die Fördermittel zeigte sich Landrat Michael Ziche. Das Land habe die ländlichen Räume nicht vergessen. Allerdings hätte er sich eine gesetzliche Pflicht gewünscht, die Bürger anzuschließen. Das schnelle Internet sei nicht nur ein Standortfaktor, sondern auch „wichtig für die Wohnortwahl“.

Alle Einwohner der Einheitsgemeinde werden rechtzeitig über den Breitband-Anschluss in den jeweiligen Orten informiert, kündigte der Bürgermeister an. Für konkrete Fragen zum DSL-Anschluss steht Rolf Schmeling vom Bauamt der Stadt zur Verfügung, informierte er weiter.

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