Familiäres Flair soll den Abstandsregelungen nicht zum Opfer fallen

Kein Weihnachtsmarkt in Klötze

Dichtes Gedränge herrscht beim Weihnachtsmarkt in Klötze, wenn der Weihnachtsmann die Geschenke an die Kinder verteilt. Das ist in diesem Jahr wegen Corona nicht möglich, deshalb fällt der Markt aus.
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Dichtes Gedränge herrscht beim Weihnachtsmarkt in Klötze, wenn der Weihnachtsmann die Geschenke an die Kinder verteilt. Das ist in diesem Jahr wegen Corona nicht möglich, deshalb fällt der Markt aus.

Klötze – „Der Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr nicht statt. “ Matthias Schmidt von der Volksbank Klötze brachte es gestern gleich zu Beginn des Pressegesprächs auf den Punkt, um alle Unklarheiten zu beseitigen.

„Schweren Herzens“, so ergänzt Dagmar Behrends, haben die Veranstalter diese Entscheidung treffen müssen.

Ganz unerwartet kommt sie nicht: Denn das es schwierig sein würde, die Abstände in den beiden Räumen und auf den beiden Höfen zwischen Altmarksaal und Volksbank einzuhalten, war schon seit Längerem klar. Dennoch haben die Veranstalter noch mit der endgültigen Absage gewartet, da erst in dieser Woche neue Lockerungen der Eindämmungsverordnung bekannt gegeben wurden. „Wir haben uns auch immer informiert, was die anderen machen“, erklärt Matthias Schmidt. So sei beispielsweise sogar der Braunschweiger Weihnachtsmarkt inzwischen abgesagt.

„Das Familiäre würde verloren gehen“, betont Kay Knittel von der Klötzer Theatergruppe, die den Markt gemeinsam mit der Volksbank veranstaltet. „Es soll ja gerade eng und gemütlich sein“, so Matthias Schmidt. Etwa 2500 Besucher waren im vergangenen Jahr in sechs Stunden da. Sie, wie die neue Eindämmungsverordnung es verlangt, in Zehnergruppen durch das Gelände zu schleusen, sei keine Option. „Es ist eine Vernunftsache gewesen, den Markt abzusagen“, fasst Kay Knittel zusammen.

Die Entscheidung ist den Organisatoren trotzdem schwergefallen. „Aber es ist auch fair gegenüber den anderen Vereinen, die in diesem Jahr ebenfalls nichts machen konnten“, erläutert Kay Knittel. Zumal auch schon einige der Aussteller sich im Vorfeld gemeldet hatten und erklärten, lieber auf den Weihnachtsmarkt zu verzichten.

Durch die Absage ist vor allem für Kay Knittel die Nichtberücksichtigung bei der Zuschussvergabe des Ortschaftsrates besser zu verkraften. Er hatte für den Weihnachtsmarkt schon vor einem Jahr im September einen Zuschussantrag gestellt. Außer der Rückmeldung, dass der Antrag eingegangen ist, hat er keine Antwort bekommen. Behandelt wurde er im Ortschaftsrat nicht. Ob stattdessen die Stadt einen Zuschuss für den Markt in den Haushalt eingeplant hat, erfuhr die Theatergruppe auch nicht. „Es sind alles öffentliche Gelder, da wäre eine Rückmeldung an die Antragsteller schön“, wünscht sich Kay Knittel. Der Weihnachtsmarkt ist eine Veranstaltung für alle Klötzer. „Da sollte bei der Stadt so viel Anstand da sein, das zu unterstützen“, ärgert er sich.

Matthias Schmidt sieht das etwas gelassener. „Wir hätten den Weihnachtsmarkt auch ohne Zuschuss, quasi aus Trotz, durchgezogen“, sagt er. Wegen der Corona-Auflagen mit Hygienekonzepten und Abstandsvorschriften ist das aber in diesem Jahr unmöglich. VON MONIKA SCHMIDT

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