Beschluss des Klötzer Ortschaftsrates ist hinfällig / Diskussion muss neu geführt werden

Kein Spatzennest an die Mauer

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Hinfällig: Spatzennest und Spatzenmama als Metallobjekte dürfen nicht an der grauen Mauer angebracht werden, ansonsten müsste die Stadt die Fördermittel für Abriss und Gestaltung im Rahmen der Stadtsanierung zurückzahlen. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt hatte diesen Punkt bei den Debatten im Ortschaftsrat schlichtweg vergessen, gibt er zu.

Klötze. Der Beschluss des Klötzer Ortschaftsrates zur Mauergestaltung am Klötzer Spatzennest ist hinfällig. Herausgekommen ist das nur ganz beiläufig, als Raimund Punke am Donnerstag in der Ortschaftsratssitzung nachhakte.

Er wunderte sich, dass über das Thema im Stadtrat zwei Tage zuvor diskutiert wurde – allerdings nichtöffentlich – und die Stadträte dort informiert wurden, dass die vorgeschlagene Gestaltung nicht zulässig ist. „Das ist alles ein bisschen eigenartig“, fasste Raimund Punke seinen Eindruck zusammen.

Nach langer Debatte um die Möglichkeiten der Gestaltung hatte sich der Ortschaftsrat für ein metallenes Spatzennest und eine heranfliegende Spatzenmutter entschieden. „Und nun haben wir erfahren, dass das so nicht geht“, ärgerte sich Raimund Punke. Denn im Stadtrat hatte Amtsleiter Ulf Dittfach den Mitgliedern erklärt, dass ein Anbringen von Elementen an der Mauer nicht möglich sei. „Dann verfallen die Fördermittel“, so Punke.

Die graue Betonmauer entstand im Rahmen der Stadtsanierung. Sie soll das mit Fördermitteln abgerissene alte Haus symbolisch darstellen. Es sei immer bekannt gewesen, dass es keine freie Gestaltungsmöglichkeit für die Mauer gibt und der Ortschaftsrat nichts anderes als die von der Stadt vorgelegten Vorschläge beschließen kann, hatte Ulf Dittfach weiter mitgeteilt. Raimund Punke war das neu.

„Das hat der Ortsbürgermeister verbockt“, gab Hans-Jürgen Schmidt gegenüber der Altmark-Zeitung zu. Er hatte den Hinweis der Stadt nicht mehr auf dem Schirm, als die Gestaltung im Ortschaftsrat beraten wurde. „Das Spatzennest wollen wir aber trotzdem anbauen“, erklärte Schmidt gegenüber der AZ. Dies könnte an der linken Seite neben dem Kindergartengebäude angebracht werden.

Dass die Wand nicht grau bleiben wird, davon geht der Ortsbürgermeister aber weiter aus. Er möchte sich von Sprayer Marius Förster, der schon einige Objekte in Klötze gestaltet hat, Anregungen holen. Mit dem Vorschlag möchte der Klötzer Ortsbürgermeister dann im August an den Ortschaftsrat herantreten und über das Thema Gestaltung noch einmal diskutieren. „Und dann natürlich auch öffentlich“, betont Hans-Jürgen Schmidt.

Von Monika Schmidt

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