Bibliotheksbilanz: „Onleihe“ wird sehr gut angenommen / Iris Wienecke: „Krimis gehen immer“

Kein klarer Favorit bei den Lesern

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Freut sich über das erneut bescheinigte Qualitätszertifikat: Die Klötzer Bibliotheksleiterin Iris Wienecke. Bücher von Dora Heldt und Cecilia Ahern, vor allem aber Thriller und Krimis waren auch 2014 wieder die Renner in der Ausleihe. Foto: Schmidt

Klötze. Bescheinigte Servicequalität – damit kann die Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek auch in den nächsten drei Jahren werben. „Unser Zertifikat ist erneuert worden“, freut sich Bibliotheksleiterin Iris Wienecke.

Ganz von allein ging das nicht: Die Bibliothek musste einen neuen Maßnahmeplan schreiben, in dem die Aktivitäten aufgelistet werden, die einen guten Service ausmachen. Ein Beispiel: Die Ausleihmöglichkeit von Lesebrillen gehört zum Service der Einrichtung. „Die neue Urkunde hängt schon“, erklärt die Bibliotheksleiterin. In Kürze soll auch das Schild am Eingang ausgetauscht werden. Bis 2017 gilt das Service-Q für Qualität wieder, dann muss sich die Einrichtung erneut dem Wettbewerb stellen.

Wie in den anderen Bibliotheken in der Region auch, war in Klötze die Nutzung im vergangenen Jahr etwas rückläufig, „aber lange nicht so schlimm wie bei den Nachbarn, deshalb bin ich mit dem Jahr recht zufrieden“, schätzt Iris Wienecke ein.

1002 aktive Benutzer wurden gezählt, 2013 waren es mit 1016 nur wenig mehr. Gestiegen ist von 378 auf 384 die Zahl der Nutzer bei Kindern bis zwölf Jahre. „Da macht sich unter anderem das Bibfit-Angebot bemerkbar“, so Iris Wienecke. Die Kinder im Vorschulalter werden mit dem Kurs kindgerecht an das Angebot und die Nutzungsmöglichkeiten der Bibliothek herangeführt. Am Ende gibt es für die Teilnehmer einen Bibliotheksführerschein. Viele Eltern melden ihre Kinder danach als Nutzer an und kommen mit ihnen regelmäßig, um Bücher zu entleihen. Auch in der Kunrauer Außenstelle gibt es viele junge Nutzer. „Da macht sich der Kontakt von Gabriele Bock, die Schulsekretärin ist und die Bibliothek betreut, bezahlt“, erläutert Iris Wienecke. Zudem bietet Gabriele Bock in der Außenstelle auch einige Veranstaltungen speziell für Kinder an. In diesem Jahr soll, so plant es die Bibliotheksleiterin, der Bestand in der Kunrauer Kinderbibliothek ein bisschen „ausgemistet“ werden, auch Neuanschaffungen für Kunrau sind geplant. Weil 2014 wenig Zeit zum Aussortieren von Büchern, die jahrelang nicht ausgeliehen wurden, blieb, ist der Bestand in der Bibliothek auf 27 299 Medien angestiegen. Denn Iris Wienecke bemüht sich stets, die Wünsche der Nutzer zu erfüllen, die gern aktuelle Literatur ausleihen möchten und selbst mit Listen von Neuanschaffungswünschen kommen. Wenn die Bibliotheksleiterin überzeugt ist, dass die Bücher nicht nur von einem gewünscht werden, sondern auf breites Interesse stoßen, werden sie angeschafft.

Sehr gut angenommen wurde von den Nutzern das Angebot der „onleihe“, also die Möglichkeit, Bücher für den E-Reader oder PC auszuleihen. 1283 Entleihungen gab es, das sind im Schnitt 100 pro Monat. Dass die moderne Technik die Bibliotheken mit ihrem Bestand zum Anfassen überflüssig macht, glaubt Iris Wienecke nicht. Sie selbst nutzt beides: „Ich habe kein Problem damit“, erklärt sie. Mal greift sie zum Buch, aber immer öfter auch zum E-Reader.

Gut angenommen wird zudem die Möglichkeit, ausgeliehene Medien online zu verlängern. „Das machen sehr viele“, schätzt Iris Wienecke ein. Vor allem, wer Bücher und DVDs, die eine kürzere Ausleihzeit haben, gemeinsam ausleiht, nutzt die Möglichkeit zum Verlängern, um sich einen Weg in die Bibliothek zu sparen. Da die Kunrauer Bibliothek aus Krankheitsgründen derzeit nur am Dienstag geöffnet ist, ist das zudem für die dortigen Nutzer eine gute Alternative.

Einen klaren Favoriten bei den Entleihungen des vergangenen Jahres gibt es in Klötze und Kunrau nicht. „Krimis gehen immer“, weiß die Bibliotheksleiterin. Ob Nele Neuhaus oder Jussi Adler Olsen, ihre neuesten Werke sind stets Renner. Auch das neue Buch von Jan Seghers „Die Sterntaler-Verschwörung“ steht kaum im Regal, da ist es schon wieder ausgeliehen. Ebenso ist Inge Löhnig mit ihren Krimis ein Favorit der Klötzer Leser. Auch die Psychthriller von Sebastian Fitzek wie „Noah“ und „Passagier 23“ kommen gut an.

Keinen klaren Favoriten haben die Bibliotheksnutzer in Sachen historische Romane. „Die liegen gerade wieder voll im Trend“, so Iris Wienecke. Bei der Belletristik gibt es unterschiedliche Favoriten bei den Lesern. „Dora Heldt wird nicht mehr so viel gefragt“, hat Iris Wienecke festgestellt. Dafür ist aber Lucinda Riley mit ihren Werken wie „Der Lavendelgarten“, „Das italienische Mädchen“ und „Die Mitternachtsrose“ gerade ganz im Trend.

Das sind allerdings typische „Frauenbücher“. „Männer lesen immer noch am liebsten über den Zweiten Weltkrieg, gern auch als Belletristik oder Roman“, hat Iris Wienecke festgestellt. Der Erste Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann, war 2014 kein Thema in der Klötzer Bibliothek.

Eine feste Bank in den Ausleihzahlen der Bibliothek sind Zeitschriften. „Der gute Rat“, „Vital“ und „Laura“ sind dabei die Renner. Für „Spiegel“ und „Focus“, die die Bibliothek ebenfalls als Heft anbietet, gibt es einen festen Leserkreis. Nicht so stark nachgefragt sind Handarbeitsbücher, auch beim Basteln hat die Nachfrage etwas nachgelassen. „Wenn ein neuer Trend aufkommt, wie zum Beispiel mit dem Gummibänder-Schmuck, dann bemühe ich mich, wenigstens ein Exemplar im Bestand zu haben“, versichert die Bibliotheksleiterin.

Von Monika Schmidt

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