„Gibt dringenderes“

Wasserverband streicht Schlammplatz-Investition in Immekath

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Die Immekather wie auch Klärwärter Hans-Joachim Heinrich müssen sich in Geduld üben: Vorerst gibt es kein Dach für den Schlammlagerplatz. Dringlicher ist unter anderem eine Erneuerung der mittlerweile 23 Jahren alten Kammerfilterpresse.

Klötze/Immekath. Die Immekather müssen vorerst weiterhin ohne eine Überdachung des Schlammlagerplatzes an der örtlichen Kläranlage und mit den daraus bedingten Geruchsbelästigungen nach stärkeren Regenfällen leben.

Die mit 175 000 Euro kalkulierte und seit drei Jahren geplante Maßnahme ist nun aus dem Investitionsplan des Wasserverbandes Klötze (WVK) geflogen. „Seit mehreren Jahren stellen wir Anträge, aber Fördermittel sind nicht in Sicht“, begründete Geschäftsführerin Birgit Lange die Entscheidung.

Zudem gebe es derzeit zu viele andere dringendere Baustellen. So ist die aus dem Jahr 1992 stammende Kammerfilterpresse des Immekather Klärwerkes, mit dieser der Klärschlamm verpresst wird, in die Jahre gekommen. „Wir mussten sie bereits stabilisieren, damit sie nicht zusammenbricht“, so Lange. 115 000 Euro betragen die geschätzten Kosten für eine Erneuerung. Das Problem: Bei einer bereits erfolgten öffentlichen Ausschreibung hatte es nicht ein verwertbares Gebot gegeben.

Nächste Maßnahme: Ein alter Oxdationsgraben an der vor Jahren stillgelegten Klötzer Kläranlage an der Locksteder Chaussee soll zu einem Speicher- und Ausgleichsbecken umgebaut werden, das unter anderem als Zwischenlager für Abwässer bei Wartungsarbeiten dienen soll. Geschätzte Kosten: 120 000 Euro.

Für die notwendige Erneuerung des Trinkwasserbehälters in Lüdelsen liegt nun eine detaillierte Kostenschätzung vor. Für Ingenieurleistungen, Rück- und Neubau muss der Verband zusammen 275 000 Euro berappen.

Unvorhergesehene Kosten kommen auf den WVK im Zuge des Radwegebaus zwischen Ahlum und Mellin zu. Dort müssen etwa 2200 Meter Trinkwasserleitungen umverlegt und in diesem Zuge erneuert werden. Die Landesstraßenbaubehörde übernimmt die Baukosten und der Wasserverband die Materialkosten in Höhe von 35 000 Euro.

Weiterhin müssen verschleißbedingt an den Abwasserpumpen – im Verbandsgebiet gibt es 145 – in den nächsten Jahren nach und nach die Armaturen erneuert werden.

Um alle Investitionen abzudecken, plant der WVK für den nächsten Haushalt die Aufnahme von Krediten. Wichtigste Nachricht für die Verbraucher: „Unsererseits planen wir 2016 keine Preiserhöhungen“, sagt Technischer Leiter Detlef Bock auf Anfrage der AZ.

Von Matthias Mittank

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