Kartons und Säcke bis ans Dach

Lager der Kunrauer Rumänienhilfe ist voll – aber für Lkw-Transport fehlt Geld

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Nach dem Transport im Frühjahr war das Lager in Kunrau fast leer. Inzwischen stapeln sich Kartons und Säcke schon wieder bis fast an die Decke. Erich Fischbeck bittet jeden Spender, auch etwas Geld zu geben, damit der Transport finanziert werden kann.

Kunrau. „Was hat das Sammeln noch für einen Sinn?“ – Erich Fischbeck, seit über 25 Jahren in Kunrau Anlaufstelle für die Rumänienhilfe Zvoristea, resigniert.

Das Lager ist schon wieder bis zur Decke voll, aber der Kunrauer sieht zurzeit keine Möglichkeit, einen Transport nach Rumänien auf den Weg zu bringen. Es fehlt schlichtweg am Geld.

Neben zahlreichen Koffern und Kisten mit Bekleidung lagern in Kunrau auch wichtige Sachspenden für Rumänien, zum Beispiel Krankenbetten, Fahrräder, Rollatoren, Gehhilfen und Zubehör fürs Kind. Ohne Geld kann kein Transport auf den Weg geschickt werden.

Die Rumänienhilfe in Gommern, die sich gemeinsam mit den Helfern aus der Altmark um die Region Zvoristea im Grenzgebiet zwischen Rumänien, Moldawien und der Ukraine kümmert, habe daraus schon Konsequenzen gezogen, berichtet der Kunrauer. „Die Gommeraner sammeln schon keine Sachspenden mehr“, informiert Fischbeck. Dort werde nur noch Geld gesammelt, um damit verschiedene Projekte in der Region Zvoristea und den Nachbarorten unterstützen zu können. Deshalb werden aus Gommern auch keine Hilfstransporte mehr auf den Weg gebracht.

„Nach dem letzten Transport im März war das Lager fast leer“, berichtet Erich Fischbeck. Aber die Spendenbereitschaft in der Region ist ungebrochen, sodass sich vor allem die Säcke, Koffer und Kisten mit Bekleidung schon wieder in der alten Scheune stapeln. Der Kunrauer bittet darum, nur ordentliche und saubere Kleidung zu spenden. „Dann können die Rumänen die Spenden auch viel besser wertschätzen“, betont er. Vielfach würden in den Säcken auch Sachen stecken, die nicht mehr getragen werden können. Bei der großen Zahl der Spenden bleibt aber keine Zeit, jeden Sack vor dem Transport durchzusuchen und auszusortieren. Dafür sind auch zu wenig Helfer da, erklärt Erich Fischbeck. Er weiß von anderen Organisationen, dass sie das ganz penibel machen und selbst Kleidung, an der nur ein Knopf fehlt, sofort aussortieren.

Deshalb hat Erich Fischbeck eine große Bitte an die Spender: „Bitte nur ordentliche Kleidung bringen.“ Und wenn dann jeder, der einen Sack Altkleidung bei ihm abgibt, auch noch einen oder zwei Euro dazugibt, wäre der Transport gesichert. „Wenn bei 1000 Säcken jeder zwei Euro gibt, dann haben wir den Transport finanziert“, rechnet der Kunrauer vor. Wer zudem Geld für die Rumänienhilfe spenden möchte, kann bei ihm auch die Kontonummer erfragen. Dem Kunrauer liegt es am Herzen, dass das Lager bald wieder leer ist. Denn das wäre ein Zeichen, dass die gespendeten Textilien und Sachgegenstände auf dem Weg zu den Leuten sind, für die sie eigentlich gedacht sind.

„Wenn wir den Transport nicht finanzieren können, müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen oder gegebenenfalls auch hier in Kunrau das Sammeln einstellen“, befürchtet Erich Fischbeck.

Von Monika Schmidt

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