Karteileichen aussortieren

Manche Haushalte bekamen gleich viermal Post vom statistischen Landesamt. Beantwortet werden muss aber nur das Schreiben mit richtiger Adresse und richtigen Namen.Foto Lieske

Klötze - Von Peter Lieske. „Infopost – Ein Service der Deutschen Post“ und „Zenus 2011“ war am Wochenende auf Umschlägen zu lesen, die die Haushalte in Sachsen-Anhalt erreichten.

Es handelte sich nicht um Werbung, sondern um ein offizielles Schreiben des Statistischen Landesamtes in Halle, bestätigte gestern dessen Pressesprecherin Renate Tewes auf AZ-Anfrage. Für noch mehr Verwirrung sorgte ein beigefügter Briefumschlag für die Rücksendung. Der Adressat befindet sich aber nicht in Halle, sondern in Bamberg. Auch das ist korrekt, machte Renate Tewes deutlich, denn das Unternehmen in Bamberg arbeitet für das Statistische Landesamt. „Die Mitarbeiter sind zur Geheimhaltung verpflichtet“, betonte die Pressesprecherin.

Die Erhebung zur Gebäude- und Wohnraumzählung (GWZ) erfolgt erst am 9. Mai, und zwar mit der Volkszählung. Zu dieser werden allerdings nur zehn Prozent der Bevölkerung befragt. Im Gegensatz zur GWZ. Zu dieser werden alle Eigentümer von Wohnraum angeschrieben. Sie erhalten einen dicken A3-Umschlag. Der Aufwand ist also enorm. Damit diese dicken Wälzer auch nur die Adressen erreichen, für die sie bestimmt sind, dient diese Vorbereitung der GWZ, erläuterte Renate Tewes weiter.

Wichtig an dieser vorbereitenden Aktion ist die Erfassung der tatsächlich vorhandenen Adressen und Daten. Das statistische Landesamt bediente sich dabei der Daten der Vermessungsbehörden, Grundsteuerstellen und Entsorgungsbetriebe. Und so war es aus Sicht von Renate Tewes keine Überraschung, dass manche Haushalte gleich mehrfach Post bekommen haben. Leider, so bedauerte sie, wurden auch bereits verstorbene Personen angeschrieben. Das liege mitunter an der schlechten Registrierung der Grundsteuerstellen, erläuterte sie. Bisher sind schon etliche Karteileichen herausgefallen. Nach dieser vorbereitenden Aktion sollen weitere hinzukommen.

Zudem ist dem statistischen Landesamt die Gebietsreform auf die Füße gefallen. Etliche Adressen wurden in diesem Zuge verändert. Auch in jenen Haushalten kann es passieren, dass die Zensus-Mitteilungen gleich in mehrfacher Ausführung ins Haus flatterten, zum einen mit der alten und zum anderen mit der neuen Adresse.

Vor allem in den genannten Beispielen ist es für das Landesamt besonders wichtig, eine Antwort zu erhalten, weil diese Daten offenbar nicht korrekt waren. Aber welches Schreiben darf es bitte sein? Alle müssen jedenfalls nicht beantwortet werden, sondern vielmehr das Schreiben, das aktuell die richtige Adresse und den richtigen Namen aufweist. Ist beispielsweise ein Ehepaar Eigentümer, dann sollte das Schreiben verwendet werden, in dem beide Namen des Paares aufgeschrieben sind, und dazu mit dem aktuellen Namen der Gemeinde beziehungsweise der Straße.

Wichtig ist nur, dass die Identitätsnummer für das Gebäude auf allen Schreiben gleich ist, betonte die Pressesprecherin. Sie steht ganz oben auf der Rückseite unter der Aufschrift „Gebäude 1“ beziehungsweise „Gebäude 2“.

Wer das Antwortschreiben nicht per Post verschicken will, der kann es auch über das Internet unter http://www.zensus2011.de tun. Dieser Möglichkeit bedienen sich offenbar viele Eigentümer. So war diese Adresse gestern bereits völlig überlastet. Aus disem Grund gab Renate Tewes noch folgende zweite Adresse bekannt: http://www.zensus2011-gwz-de .

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