Inge Klopp ärgert sich über das ungepflegte Ehrenmal in Böckwitz

„So kann es nicht bleiben“

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Inge Klopp hat ihrem verstorbenen Mann versprochen, sich um das Ehrenmal, auf dem auch dessen Bruder namentlich vermerkt ist, zu kümmern. Dass das Mahnmal derzeit einen ungepflegten Eindruck macht, ärgert die Böckwitzerin.

Böckwitz. „Ich habe meinem verstorbenen Mann versprochen, so lange ich kann, gehe ich zu den Kranzniederlegungen am Ehrenmal. “ Inge Klopp aus Böckwitz kommen die Tränen, wenn sie auf das Denkmal im Böckwitzer Rundling blickt.

Nicht nur, weil dort der Bruder ihres Mannes, Friedrich Klopp, namentlich vermerkt ist. Friedrich musste als 18-Jähriger in den Krieg ziehen und fiel 1944. Jahrelang kümmerte sich die Böckwitzerin darum, dass das Ehrenmal zum Volkstrauertag und zur Kranzniederlegung an Pfingsten ordentlich aussah. „Im November, am Freitag vor dem Volkstrauertag, habe ich die Umrandung mit Tannengrün geschmückt, damit zur Kranzniederlegung alles ordentlich aussieht“, erzählt Inge Klopp. Am darauffolgenden Montag rückte die Stadtwirtschaft an und baute den Zaun sowie die Pflanzkübel ab. „Seitdem ist nichts passiert“, ärgert sich Inge Klopp. Ein halbes Jahr ist verstrichen, ohne dass die angekündigte Neugestaltung des Ehrenmals in Angriff genommen wurde.

Schon vor einem Jahr gab es Ärger um das Denkmal. Denn die Böckwitzer waren empört, dass zum Schützenfest des Doppeldorfes Zicherie-Böckwitz, bei dem es auch stets eine Kranzniederlegung im Böckwitzer Rundling gibt, das Ehrenmal und sein Umfeld nicht gepflegt worden waren. Im Stadtrat hatte Einwohner Ralf Düring das Problem angesprochen, Bürgermeister Uwe Bartels – selbst Mitglied im Böckwitzer Schützenverein – musste einräumen, dass das vergessen wurde.

Zwischen den Fugen der Stufen bahnt sich das Unkraut seinen Weg aus dem Beton. Die Böckwitzerin hofft, dass die Stadt das Denkmal zu Pfingsten wieder ordentlich herrichtet.

„Nicht, dass das in diesem Jahr wieder passiert“, befürchten Inge Klopp und ihre Tochter Diane. Die beiden sind, wie nur noch wenige Böckwitzer, mit dem Ehrenmal besonders verbunden. Seit der Zaun weggerissen ist, führen Reifenspuren über den Rand des Denkmalgeländes. Auch frische Blumen fehlen. Die Sorge, dass niemand diese gießen würde, widerlegt Inge Klopp. „Ich würde das machen“, informiert sie im AZ-Gespräch. In ihrem Rollator hat sie schon bislang Wasser in Flaschen von zu Hause mitgenommen, um die Pflanzschalen vor dem Denkmal im Sommer zu gießen. Vergangenes Jahr spendete sie ebenso wie eine weitere Angehörige Geranien. Doch die Blumen wurden aus den Pflanzschalen gestohlen. „Wer macht denn so was?“, ist Inge Klopp entsetzt. Trotzdem würde sie auch in diesem Jahr wieder etwas Blühendes für das Umfeld des Ehrenmals spenden und das Gießen übernehmen.

„Aber so kann das Denkmal nicht bleiben“, ist die Böckwitzerin enttäuscht, dass ein halbes Jahr lang nichts passiert ist. Mit ihrer Tochter Diane macht sie Vorschläge zur Gestaltung: ein paar Pfosten mit einer Kette wie bei anderen Ehrenmalen auch, würden für eine Abgrenzung sorgen, so dass keine Fahrzeuge mehr bis zum Denkmalsockel fahren können. Dazu ein oder zwei Blumenkübel, für die Inge Klopp das Gießen übernehmen würde, das würde für ein ordentliches Bild reichen. „Wenigstens der Rasen müsste zum Schützenfestumzug gemäht werden“, wünscht sich die Seniorin.

Vermutlich passiert sogar noch mehr, denn wie Bürgermeister Uwe Bartels auf AZ-Anfrage informierte, soll am heutigen Dienstag die Stadtwirtschaft zur Gestaltung des Ehrenmals anrücken. „Das hat mir der Leiter versichert“, so Uwe Bartels. Ideen zur Gestaltung waren von Axel Hübner bereits entwickelt worden. „Das Ehrenmal wird in diesem Jahr zu Pfingsten nicht vergessen“, betont Uwe Bartels.

Von Monika Schmidt

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