Groß angelegte Reinigungsaktion

Kampf gegen die Faulbrut: Klötzer Imker packen mit an

Kreisveterinär Ramon Rulff zeigt ein Rähmchen, in dem die Bienen Waben für den Nachwuchs angelegt haben. Wenn sie das Futter von rechts nach links zu den Larven tragen, wird möglicherweise der Erreger für die Faulbrut verteilt.
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Kreisveterinär Ramon Rulff zeigt ein Rähmchen, in dem die Bienen Waben für den Nachwuchs angelegt haben. Wenn sie das Futter von rechts nach links zu den Larven tragen, wird möglicherweise der Erreger für die Faulbrut verteilt.

Klötze – Ulrich Koppe ist seit 46 Jahren Imker mit Leidenschaft. „Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, stellte der Klötzer gestern Mittag fest. „Mit der Varroa-Milbe haben wir uns ja arrangiert“, gibt der Imker zu.

Aber die Amerikanische Faulbrut, die im Oktober in Klötzer Bienenstöcken ausgebrochen ist, ist auch für den erfahrenen Bienenzüchter neu.

Ebenso neu war der Großeinsatz, zu dem die Mitglieder des Klötzer Imkervereins gestern auf das Gelände der Kreisstraßenmeisterei an der Poppauer Straße ausrücken. Seit 5 Uhr morgens waren die Imker im Gange, um die Faulbrut zu bekämpfen. Dafür wurde jedes Utensil, jede Wabe und jedes Rähmchen, das die Imker im vergangenen Jahr benutzt hatten, gesäubert und desinfiziert.

Nacheinander brachten die Klötzer Imker ihre Materialien für die Bienenzucht zur Waschstraße. Einiges wurde auch aussortiert und wird später verbrannt.

Bis Mittag war erst der dritte Imker fertig. Denn vor allem das Reinigen der Rähmchen und Bienenstöcke war reine Handarbeit und sehr mühsam. Alle Reste aus dem alten Bienenstock wurden vernichtet. Material, das die Imker nicht mehr brauchen, wie die alten Waben, wird über den Kreis entsorgt. „Meine Hochachtung für den Einsatz der Imker“, lobte Dezernent Hans Thiele die Klötzer. „Die jammern nicht, sondern machen ihre Arbeit.“ Aber letztendlich sei die Faulbrut ja auch das Problem der Imker. „Wenn alle zusammenarbeiten, kriegen wir das gelöst“, war Hans Thiele zuversichtlich.

Im April hatte der Kreis bei einer zweiten Beprobung 300 Völker von 47 Imkern untersucht, der seit Oktober geltende Sperrbezirk wurde von drei auf zehn Kilometer erweitert, erinnerte Kreisveterinär Ramon Rulff. Alle elf seit Oktober von der Faulbrut betroffenen Imker reinigen ihre Bienensachen während des Wochenendes. Dann können die Bienen, die vorübergehend als Kunstschwarm aus den Stöcken umgesiedelt waren, wieder in die frisch renovierten Bienenstöcke einziehen und beginnen, die Rähmchen neu mit Waben zu füllen.

Damit die ganze Aktion funktioniert, müssen die Bienen drei Tagen hungern. In dieser Zeit entleeren sie ihren Darm, in dem der Erreger für die Faulbrut sitzt. Dieser wird über das Füttern an die Bienenlarven weitergegeben, erklärt Ramon Rulff, und richtet dort dann Schaden an. Die Brut verfault.

Für die Klötzer Imker war die Schädlingsbekämpfungsaktion, die erstmals in so großem Rahmen angesetzt war, zwar sehr anstrengend, aber auch sehr lehrreich. Deshalb machten auch Imker mit, die nicht betroffen waren. „Sie brauchen künftig keine Angst vor der Sanierung ihrer Bienenstöcke zu haben“, sieht Ramon Rulff einen weiteren positiven Effekt der großen Aktion.

VON MONIKA SCHMIDT

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