Quarnebecker Publikum singt, lacht und feiert ausgelassen mit dem Kabarett-Duo aus Erfurt

Kalter Kaffee zeigt scharfe Zunge

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Nach ihrem Auftritt nahmen sich die Kabarettisten viel Zeit für Gespräche mit den Quarnebeckern.

Quarnebeck. Mit scharfer Zunge nahm das Duo Kalter Kaffee am Freitagabend im ausverkauften Quarnebecker Saal gesellschaftliche Erscheinungen aufs Korn und sorgte damit für Beifallsstürme.

Die gute Stimmung des Kabarett-Duos übertrug sich aufs Publikum, das viel lachte und begeistert applaudierte.

Vor etwa einem halben Jahr gastierte die selbsternannte Boygoup um Björn Sauer (Gesang und Keyboard) und Tilo Schäfer (Gesang und Gitarre) bereits in der Immekather Kirche. Kennengelernt haben sich die beiden während des Studiums in Erfurt. Thilo Schäfer studierte Musik und Philosophie, Björn Sauer ist Grundschullehrer. Vor 13 Jahren hatten sie ihren ersten öffentlichen Auftritt. Von alltäglichen Dingen, gesellschaftlichen Problemen und Ereignissen handelten die Geschichten, die so oder so ähnlich jedem passieren könnten. Aber nur könnten. Denn so viele Gedanken, wie sich das Duo macht, welche komischen Zusammenhänge sie erkennen und mit feinen Pointen bestücken, war ein wahrer Genuss. Ob die Wahl des Präsidenten der USA oder das Publikum in Marburg, während eines Konzertes. Mit Spielfreude, Leidenschaft, Wortwitz und Ironie brillierten die beiden Künstler, die bestens miteinander harmonierten. Passend zu jedem Lied war die Mimik und Gestik der Akteure, entsprechend die Reaktionen im Publikum, das mal mitwippte, mitgrübelte, lächelte oder in höllischem Gelächter ausbrach. Die gute gelaunt und energiegeladene Stimmung übertrug sich von den Künstlern auf die Zuschauer.

Reinhard Meyer begrüßte das Publikum.

Die beiden Musikkabarettisten erzählten vom Leben auf dem Dorf, vom Kartoffelanbau oder von der gescheiterten Existenz einiger Menschen. Es wurden auch tiefgreifende Fragen beantwortete: „Was wäre zum Beispiel, wenn bei dem Film „Free Willy“, Willy den Namen Söse bekommen hätte? Dann hieße der Film Frisöse“. Natürlich sang das Publikum öfters lautstark Textzeilen oder den Refrain mit. Themen wie Organspende, Diäten, die Menstruation, ein Werbelied für die Bundeswehr oder ein Brief an die Ex wurden mit viel Humor aufbereitet. Publikum und Musiker waren in Höchstform. Mit einem Lied über das Glück und der Begegnung eines Musikers mit einer Frau –„Sie will lieber nen Bänker als nen Sänger“ – endete nach gut zwei Stunden mit zwei Zugaben und viel Applaus ein grandioser, facettenreicher Abend.

Reinhard Meyer und Andreas Lenz vom Quarnebecker Heimatverein dankten den Künstlern für den tollen Abend mit einem Baumkuchen. Tilo Schäfer freute sich riesig. „Das habe ich innerlich gehofft, dass wir wieder einen Baumkuchen bekommen. Meist gibt es eine Flasche Wein, ich trinke aber keinen Alkohol“, erzählte er.

Wie Tilo Schäfer im anschließenden Gespräch mit der AZ verriet, entstehen alle Lieder gemeinsam. Einer hat die Idee und dann wird gemeinsam am Text und der Melodie gefeilt. Wenn das Ergebnis beide überzeugt, kann die Feuertaufe mit Publikum erfolgen.

Reinhard Meyer wies auf die nächsten Veranstaltungen des Heimatvereins hin. So gibt es im Februar ein Schweinskopfessen, am 11. März die Frauentagsfeier unter dem Motto „Reeperbahn“ sowie am 24. März ein Kabarettabend mit der Dresdener Herkuleskeule.

Von Wolfram Weber

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