Bedarfshaltestelle für die Kolonie

In Kahnstieg sind für Senioren die Wege viel zu weit

In der Kolonie Kahnstieg liegen die Häuser weit verteilt. So ist der Weg für einige Bewohner bis zur Bushaltestelle mehr als einen Kilometer weit. Sie wünschen sich eine zusätzliche Bedarfshaltstelle.
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In der Kolonie Kahnstieg liegen die Häuser weit verteilt. So ist der Weg für einige Bewohner bis zur Bushaltestelle mehr als einen Kilometer weit. Sie wünschen sich eine zusätzliche Bedarfshaltstelle.

Kahnstieg – Sie wohnen ganz am Ende der großen Hansestadt Gardelegen. Und ein bisschen fühlen sie sich auch so – vernachlässigt und allein gelassen. Der Kontakt zur weitentfernten Kernstadt fehlt.

Auch nach Dannefeld, wozu die Einwohner vom Kahnstieg vor der Eingemeindung als Ortsteil gehörten, gibt es wenig Kontakt. Wie auch: Der Ort hat keine Einkaufsmöglichkeiten und ist für die inzwischen meist betagteren Einwohner der Kolonie nur schwer zu erreichen.

„Nur wegen der Umleitung zwischen Klötze und Oebisfelde sind wir gerade an das Rufbussystem der PVGS angeschlossen. Da fährt der Bus alle zwei Stunden. Wenn die Straße fertig ist und der Bus wieder direkt von Röwitz nach Wassensdorf fährt, sind wir wieder abgeschnitten“, erklärt Lillemor Riedel.

Die Seniorin ist zum Glück noch selbst mobil, kann mit dem eigenen Auto zum Einkaufen fahren. „Aber was ist, wenn ich das mal nicht mehr kann?“, sorgt sie sich. Und denkt dabei zum Beispiel auch an die Gegenübernachbarn, Gisela und Fritz Zimmermann. Beide sind über 80 Jahre alt und nicht mehr mobil. „Wie sollen die denn zum Einkaufen oder zum Arzt kommen?“, fragt sich Lillemor Riedel. Über einen Kilometer ist die Bushaltestelle für die Kolonisten an der Kreisstraße entfernt. Sie liegt dort, wo sich Kahnstieg und Bleuenhorst aus dem Landkreis Börde direkt am Kanal aneinanderschmiegen. Für die Nachbarn, die ihr Gehöft an der anderen Seite vom Kahnstieg in Richtung Dannefeld haben, ist die Haltestelle nicht zu erreichen.

„Nicht mehr jeder hier kann mit dem Rad bis zur Bushaltestelle fahren. Und zum Laufen ist es erst recht zu weit“, informiert Lillemor Riedel und plädiert neben der regulären Haltestelle im Dorfkern für eine zweite Bedarfshaltestelle am Beginn der Kolonie. „Das wäre auch für Zimmermanns noch machbar.“ Ansonsten müssen sie, wenn sie zum Einkaufen oder zum Arzt wollen, immer einen motorisierten Bekannten bitten, sie zu fahren.

Mit einer Bedarfshaltestelle vor der Haustür, könnten auch die Bewohner der weit vom Ort entfernten Gehöfte den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. „Es ist auf der Kreisstraße viel Verkehr, es wird gerast und es gibt keinen Fuß- oder Radweg“, erinnert die Seniorin. Dort zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein, ist gerade für die Älteren sehr gefährlich. Beim Altmarkkreis und bei der PVGS möchte die Seniorin vom Kahnstieg ihr Anliegen nun vortragen und hofft auf Unterstützung.

VON MONIKA SCHMIDT

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