Klötzer Ortschaftsrat befürwortet Konzeption für die Arche Noah / „Alles andere ist Dilettantismus“

Kängurus oder heimische Tiere?

Einheimische Tiere Kindern nahe zu bringen, das soll künftig die Hauptaufgabe des Klötzer Tierparks sein. Dann wird sich die Stadt zwischen Rot- und Damwild entscheiden müssen. Beides zu halten, sei unüblich, hatte der Tierparkplaner bei seinem ersten Besuch in Klötze schon bemängelt.

Klötze. „Der Tierpark soll erhalten bleiben, aber dafür benötigt er ein langfristiges Konzept“, erklärte Ortsbürgermeister Klaus Ewertowski am Donnerstagabend seinen Ortschaftsräten.

Bevor in der kommenden Woche der Stadtrat abstimmt, ob eine Konzeption in Auftrag gegeben werden soll, wurde der Ortschaftsrat um seine Meinung gebeten. Das Bekenntnis zum Tierpark kam von allen Mitgliedern, die Argumente fielen jedoch unterschiedlich aus. Am Ende wurde mit „übergroßer Mehrheit“, so Klaus Ewertowski, die Konzeption empfohlen. Einzig Lothar Görg stimmte dagegen, Ilka Speckhahn enthielt sich der Stimme.

Lothar Görg waren die 10 000 Euro für das Konzept zu viel Geld. „Das kriegen wir auch allein hin“, meinte er. „Wir hätten in den Reihen der Mitarbeiter im Rathaus und des Rates genügend fähige Köpfe“, war er überzeugt. Zudem könnte der Tierpfleger konsultiert werden. Das sahen die Ortschaftsräte, die auch Mitglied im Stadtrat sind, anders. „Diese Expertise ist eine saubere Sache“, stellte Raimund Punke fest. „Wir müssen wissen, was wir wollen: Affen und Kängurus oder den Kindern heimische Tiere zeigen“, erklärte er. Schon die Bären würden nicht in den Tierpark passen, auch wenn sie eine Attraktion sind. „Wir machen keinen großen Fehler, wenn wir dem Tierparkplaner die Expertise überlassen“, war sich Raimund Punke sicher. Auch Klaus Hilmer unterstützte ihn. „Wenn wir am Ende eine aussagefähige Bewerbung haben wollen, brauchen wir das Geld und die Konzeption. Alles andere ist Dilettantismus“, so Klaus Hilmer.

Carsten Behrend lobte die schöne Lage des Tierparks, gerade von Familien mit Kindern werde er gern genutzt. Durch die gestiegenen Geburtenzahlen sei die Stadt „in der Pflicht, etwas zu machen“. Allerdings, so mahnte Carsten Behrend, sollte die Stadt als öffentlich-rechtliches Gebilde keinen Tierpark betreiben. Nach der Umgestaltung würde es höhere Personalkosten für die Pflege und die Eintrittskassierung geben, vermutete er. Eine Diskussion über eine mögliche Privatisierung der Einrichtung, blieb jedoch aus. Auf jeden Fall müsste, so appellierte Carsten Behrend, auch das Kurhaus in das Konzept eingebunden werden. „Es muss ein Projekt her, damit man da gerne hingeht“, wünschte er sich. Die Kosten seien nicht zu hoch, denn „jeder Planer würde für eine Straße mehr Geld bekommen.“

Martina Fritzsche bereitete der Diskussion mehr oder wenige ein Ende, in dem sie ankündigte, dass sich die CDU-Stadtfraktion auf jeden Fall für die Konzeption aussprechen werde. „Von den Räten und der Verwaltung kann das niemand leisten“, widersprach sie Lothar Görg. Diskussionsstoff werde es nach Erstellen der Konzeption noch genügend geben, vermutete sie. Schon allein bei der Frage, welche Tiere im Park gehalten werden sollen. Tierparkplaner Eckhard Wiesenthal sei der kompetente Fachmann auf diesem Gebiet, deshalb sollte er die Konzeption erstellen. Lothar Schulze hatte angeregt, noch zwei, drei andere Konzepte erstellen zu lassen und daraus Rückschlüsse zu ziehen. Gerd Kirchner regte eine Zusammenarbeit mit dem Magdeburger Zoo an, Carsten Behrend verwies auf Vorschläge, daraus ein Hochschulprojekt zu machen. „Wir sollten das Thema nicht zerreden“, wünschte sich Martina Fritzsche.

Von Monika Schmidt

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