Stadt will dem Bevölkerungsrückgang entgegenwirken: Bauplätze und Infrastruktur schaffen

Junge Familien in Klötze halten

Ländlich und doch mitten in der Stadt: Aus dem ehemaligen Sportplatz in Klötze-Nord soll ein Baugebiet werden. Foto: Schmidt

Klötze. Der Rückgang in der Einwohnerstatistik der Stadt Klötze hat sich zwar 2012 verlangsamt. Trotzdem: Die allgemeinen demografischen Prognosen sind auch für die Purnitzstadt erschreckend.

Sie sagen bis 2025 einen Rückgang von 20 Prozent bei den Einwohnern, bei Berufstätigen sogar um mehr als 30 Prozent voraus. Diejenigen, die bleiben, werden immer älter. „Die Politik ist gefordert“, findet der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann und startet eine Initiative.

„Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, um dem Trend entgegenzuwirken“, appellierte er im Stadtrat. Um junge Leute zu halten, müsse die Infrastruktur stimmen. Neben Kita-Plätzen, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten sind vor allem Bauplätze ins Augenmerk gerückt.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung die Ortschaftsräte angeschrieben, damit sie kommunale Flächen benennen, die bebaut werden könnten. In diesem Jahr sollen die Anfragen konkretisiert werden. „Wir wollen die vorhandenen Flächennutzungs- und Bebauungspläne in den Ortsteilen kritisch angucken und Änderungen anfassen“, kündigte Matthias Mann an. Das setze allerdings die Bereitschaft der Grundstückseigentümer voraus, aus ihren Flächen Bauplätze zu machen. Erste Ansätze gibt es bereits: Die von der Stadt angebotenen Grundstücke in Jahrstedt und Röwitz sind vergeben, im Februar wird sich der Hauptausschuss mit einem Bauplan für Klötze beschäftigen. Für Kusey gab der Stadtrat im vergangenen Jahr grünes Licht für die Veränderung des Flächennutzungsplanes, um am Ortsausgang Richtung Immekath ein weiteres Wohnhaus auf den Weg zu bringen. „Auch in Kunrau gibt es Verhandlungen mit Bauwilligen“, informierte Matthias Mann weiter. Zudem hat die Stadt den Gutshof noch einmal im Blick. Die Fläche vor dem Kunrauer Schloss sollte schon einmal als Baugebiet erschlossen werden, das Vorhaben konnte jedoch nicht umgesetzt werden. Nun soll ein neuer Anlauf gestartet werden.

Während in den Ortsteilen Erschließungsträger und Bauwillige die Kosten für die geänderten F- und B-Pläne tragen sollen, könnte die Stadt in Klötze-Nord selbst aktiv werden. Das Gelände zwischen Poppauer Straße und Nesenitzer Weg, wo bis vor einigen Jahren das Sportlerheim der SG Klötze-Nord stand, soll bebaut werden. Acht Bauplätze wären möglich, sie sollen durch eine Stichstraße mit Wendehammer an den Nesenitzer Weg angebunden werden, kündigte Matthias Mann im AZ-Gespräch an. Auch an der Ecke Friedenstraße/Salzwedeler Straße könnten weitere Bauplätze entstehen, regt der Bürgermeister an. Dazu müsste allerdings der Flächennutzungsplan der Stadt entsprechend erweitert werden.

Von Monika Schmidt

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