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Jörg Knieper überreichte gestern die erste Zahnrettungsbox für die Einrichtungen der Stadt Oebisfelde-Weferlingen an Bürgermeisterin Silke Wolf. Initiatorin Doreen Wienecke aus Buchhorst freute sich, dass das Projekt in der Allerstadt zum Tragen kommt.

Oebisfelde - Von Peter Lieske. Die Zahnrettungsbox hält Einzug in den Schulen und Kindereinrichtungen Sachsen-Anhalts. In Oebisfelde wurde gestern das Zahnrettungskonzept vorgestellt.

In der nächsten Woche werden Schulen, Kindertagesstätten, Jugendfeuerwehr und Sportvereine in der Stadt Oebisfelde-Weferlingen mit der Zahnrettungsbox ausgestattet. Jörg Knieper brachte gestern die ersten Rettungspakete in die Allerstadt. Die Einheitsgemeinde ist die erste Kommune, die sich an diesem Projekt beteiligt.

Dass die Zahnrettungsbox, die es in der Regel in jeder Apotheke zu kaufen gibt, so Jörg Knieper, nun kostenlos den Einrichtungen in Oebisfelde-Weferlingen zur Verfügung gestellt wird, ist in erster Linie Doreen Wienecke zu verdanken. Die Buchhorsterin hatte sich an Jörg Knieper gewandt, nachdem sich ihr Sohn eine Zahnverletzung zuzog. Sie las in einer Broschüre von der Zahnrettungsbox und wandte sich an den Zahnexperten. Und so fand Jörg Knieper den Weg nach Sachsen-Anhalt. Sein Ziel: Er möchte die Zahnrettungsbox flächendeckend in Kindereinrichtungen einführen. Einige Bundesländer, wie Hessen, gehen mit gutem Beispiel voran, berichtete er gestern Erziehern und Zahnärzten im Rittersaal der Oebisfelder Burg. Insbesondere setzt der Zahnexperte auf die Unterstützung von Unfallkassen. Seine Rechnung: Mit wenig Geld in die Zahnrettungsbox investieren, um auf diese Weise viel Geld zu sparen. So koste der Unfallkasse ein kaputter Zahn am Ende etwa 10 000 Euro, denn ein ausgeschlagener Zahn sorge bei einem Menschen ein Leben lang für Behandlungen, die am Ende diese Kosten verursachten.

Es gehe aber nicht vordergründig um die Kosten, sondern vor allem um die Gesundheit. So habe eine Studie ergeben, dass jedes dritte Kind bis 16 Jahren einen Zahnunfall erleidet.

Neben Informationsmaterial beinhaltet die Zahnbox ein kleines Glas mit einem Zellnährmedium. Diese Flüssigkeit ermöglicht es, die Zellen eines Zahnes bis 48 Stunden am Leben zu erhalten. Ein am Leben gehaltener Zahn kann von Zahnchirurgen erfolgreich implantiert werden. Das Kind wird entsprechend ein Leben lang keine Probleme haben, berichtete Jörg Knieper. Da neben der Straße und dem Zuhause vor allem Schulen, Sporthallen und Schwimmbäder die Einrichtungen mit den häufigsten Zahnunfällen sind, mache es Sinn, die Rettungsboxen dort bereit zu halten. Wichtig sei es nur, dass sie jederzeit und schnellstmöglich erreichbar sein müssen. Steht keine Rettungsbox zur Verfügung, dann hilft auch H-Milch, allerdings kann der Zahn darin nur noch maximal zwei Stunden am Leben gehalten werden. In jedem Fall darf der Zahn nicht austrocknen. Das Einwickeln in ein Taschentuch bringe also gar nichts. Ebenso tabu sollte das Desinfizieren eines Zahnes sein. Und auch auf ein Wasserbad sollte verzichtet werden. Die Zahnrettungsbox hält drei Jahre, dann muss die Flüssigkeit ausgetauscht werden.

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