Kunrauer BI ist zuversichtlich: Der Antrag muss abgelehnt werden

„Investor spielt auf Zeit“

Günter Zogbaum von der BI gegen die Schweinemast informierte. Foto: Schmidt

Kunrau. Seit September liegen die geänderten Unterlagen für den Bau der Schweinemastanlage in Kunrau aus. Vertreter der Kunrauer BI haben sie eingesehen und blicken recht optimistisch in die nächste Runde des Verfahrens.

Das machte Günter Zogbaum stellvertretend im Kunrauer Ortschaftsrat deutlich. Dort informierten die BI-Mitglieder, was sie den Unterlagen entnommen haben. „Eigentlich herrscht momentan Funkstille“, betonte Günter Zogbaum. Die Frage derzeit lautet: Ist es ein neuer Antrag oder eine Nachbesserung des alten? Wenn es ein neuer Antrag ist, müsste neues Einvernehmen der Gemeinde erteilt werden, berichtete Günter Zogbaum. „Die Resolution des Stadtrates interessiert den Bürgermeister wohl nicht“, vermutete der Kunrauer. Es sei allerdings Sache der Stadträte. „Sie müssen wissen, ob sie sich vorführen lassen“, erklärte Günter Zogbaum. Bei einem neuen Antrag beginnt das komplette Verfahren von vorn.

Sollte es sich um eine Nachbesserung des bestehenden Antrags handeln, so erklärte Günter Zogbaum weiter, hätte eine Frist bis September eingehalten werden müssen. „Wenn die Unterlagen zu diesem Termin nicht fertig waren, wäre das ein Ablehnungsgrund“, erklärte er. Beim Landesverwaltungsamt stehe der alte Antrag noch auf dem Status „in Bearbeitung“. Entweder wurde vergessen, das zu ändern, oder es ist ein Zeichen für eine Nachbesserung.

Im Antragsgegenstand selbst gibt es nur eine Änderung gegenüber dem alten Antrag, haben die BI-Mitglieder aus den Unterlagen herausgelesen. Und zwar wurde die Belüftung der Anlage um ein Drittel reduziert. „Mehr ist nicht anders“, erklärte Günter Zogbaum.

Bei der Vorbereitung auf die Ortschaftsratssitzung ist dem Kunrauer noch etwas anderes aufgefallen: Nämlich die rückwirkende Datierung der Vollmacht der Investoren aus Bad Bentheim an die Landgesellschaft. „Das ganze Ding ist eine Zumutung“, erklärte Günter Zogbaum den Ortschaftsräten. „Es ist mir schleierhaft, wie man so etwas bei einer Behörde vorlegen kann. Das kann keinen Erfolg haben, sondern muss abgelehnt werden“, zeigte sich der Kunrauer zuversichtlich.

Zum weiteren Verlauf sei derzeit noch vieles im Unklaren. „Irgendwann muss ausgelegt werden“, erklärte Günter Zogbaum. Das könne allerdings nicht vor dem 22. Dezember geschehen, machte er auf weitere Fristen aufmerksam. Ortsbürgermeister Uwe Bock schätzte das ganze Verfahren als „Versuch, auf Zeit zu spielen und die Kunrauer müde zu machen“ ein. Vermutlich werde gewartet, bis keiner von den Protestierenden mehr da ist. „Es ist nicht zu verstehen, warum das Landesverwaltungsamt das Verfahren nicht abgelehnt hat“, erklärte er.

Von Monika Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare