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Kunrauer können einen Haken an das Thema Schweinemast machen

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Von: Monika Schmidt

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Mit einem selbst gemalten Plakat kämpft die Kunrauer Bürgerinitiative gegen den Bau einer Schweinemastanlage am Ortsrand.
Die Kunrauer kämpfen seit mehr als zehn Jahren mit einer Bürgerinitiative gegen den Bau einer Schweinemastanlage am Ortsrand. © Monika Schmidt

Soll die Kunrauer BUND-Ortsgruppe weiter bestehen bleiben, nachdem das Verfahren gegen die Schweinemastanlage in Kunrau eingestellt und der Bau verhindert wurde? Diese Frage wird derzeit debattiert.

Kunrau – Pünktlich zur Ortschaftsratssitzung traf Post vom Anwalt bei der Kunrauer BUND-Ortsgruppe ein. Damit wurde schriftlich bestätigt, was Ortsgruppenvorsitzender Ralf Schumann schon im Februar im Ortschaftsrat angekündigt hatte: Das Verfahren um den Bau einer Schweinemastanlage in Kunrau ist vom Verwaltungsgericht Magdeburg „endgültig eingestellt worden“, informierte Ralf Kuske die Mitglieder des Ortschaftsrates. „Beide Parteien sind damit einverstanden gewesen“, berichtete Ralf Kuske weiter. Die Kunrauer BUND-Ortsgruppe hatte über mehr als zehn Jahre alles daran gesetzt, den von einer Bad Bentheimer Investorengruppe angestrebten Bau einer Mastanlage für 8500 Schweine zu verhindern. Langer Atem war nötig, bis der Kampf zu einem Erfolg führte. „2009 ging es los“, erinnerte sich Burkhard Hartmann, der damals schon Mitglied im Ortschaftsrat war. Obwohl sich der Gemeinderat gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte, hatte die Stadt das gemeindliche Einvernehmen hergestellt, weil keine rechtlichen Gründe gegen das Vorhaben sprachen. Die Kunrauer setzten sich dagegen zur Wehr und gründeten erst eine Bürgerinitiative, die dann in eine Ortsgruppe des BUND mündete. Mit allen Mitteln und anwaltlicher Unterstützung wurde gegen das Bauvorhaben Widerspruch eingelegt und auf mehreren Ebenen geklagt. Am Ende mit Erfolg. Allerdings, so berichtete Ralf Kuske aus dem Schreiben des Rechtsanwaltes weiter, gibt es einen Haken: Die Kosten für das Verfahren werden zwischen den beiden Parteien aufgeteilt, so die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. „Hoffen wir, dass wir noch ein bisschen Geld zurückbekommen, das wir zweckgebunden verwenden können“, so der Wunsch des BUND-Vertreters. Denn neben dem Kampf gegen die Schweinemastanlage hatte die Initiative noch ein zweites Ziel, das noch nicht erreicht ist: der Erhalt des Kunrauer Schwimmbades. „Unter den ersten Teil können wir einen Haken machen und die Sektkorken endgültig knallen lassen“, stellte Ralf Kuske bei der Sitzung fest. Auf Nachfrage von Burkhard Hartmann antwortete er, dass noch nicht entschieden sei, ob und wie die BUND-Ortsgruppe weiter arbeitet. „Der Erhalt des Bades steht nach wie vor aus“, erinnerte Kuske. Die Mitglieder müssten nun „in sich gehen und gucken, was wir bewirken können, um das zweite Ziel zu erreichen.“

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