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„Netzlücke“ nach Kusey und Wenze

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Von: Monika Schmidt

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eine Straße mit mehreren Fahrzeugen
Für Radfahrer ist es auf der Landesstraße von Klötze nach Kusey und Wenze wegen des Verkehrs gefährlich. © Monika Schmidt

An allen Landesstraßen, die aus Klötze herausführen, fehlen straßenbegleitende Radwege. In Richtung Kusey und Wenze stehen sie zumindest beim Land im Plan.

Klötze / Kusey – Seit Jahren geht es in den Diskussionen von Kommunalpolitikern und Einwohnern um fehlende Radwege in Klötze. Denn an fast allen Ausfallstraßen der Stadt fehlen sichere Verkehrswege für Radler. Einzig an der Kreisstraße, die nach Immekath führt, ist ein Radweg entstanden. Bei allen anderen Ausfallstraßen handelt es sich um Landesstraßen. Zumindest angekündigt ist der Lückenschluss an der L 19 vom Klötzer Ortsausgang an der Bahnhofstraße bis zum Abzweig Nesenitz. Aber auch an der L 20 in Richtung Wenze und Kusey wünschen sich die Einwohner einen Radweg, damit sie sicher auf dem Zweirad unterwegs sein können. Wie Peter Mennicke, Pressesprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales, auf AZ-Anfrage informiert, sind im noch gültigen Radwegebedarfsplan des Landes die beiden Abschnitte von der Kreuzung am Ziss bis nach Klötze an der L 20 und vom Ziss bis nach Kusey an der L 22 im „sogenannten weiteren Bedarf“ enthalten. Bislang gibt es aber noch keine konkrete Planung für die beiden Vorhaben, räumt der Pressesprecher ein. Dies begründet er mit der Vielzahl an prioritären Vorhaben, die die Landesstraßenbauverwaltung zuerst abarbeiten musste. Aus den Augen verloren hat das Land die beiden Abschnitte aber noch nicht. „Die beiden Abschnitte sind im 2021 aufgestellten Landesradverkehrsnetz 2020 als Netzlücke enthalten“, erklärt Peter Mennicke. Straßenbegleitend soll an beiden Landesstraßen eine „Verbindung für den Alltagsradverkehr“ entstehen. Das neue Landesradwegenetz 2020 wurde im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Kommunen als baulastträgerübergreifende Konzeption entwickelt, um den Radverkehr insgesamt alltagstauglicher zu machen, erläutert der Pressesprecher. Dabei hat die Konzeption im Sinne der Radfahrer optimal vernetzte, durchgängige Wegeverbindungen mitsamt der entsprechenden Infrastruktur entlang der Strecke im Blick. „Der Fokus liegt damit nicht mehr ausschließlich auf der Umsetzung straßenbegleitender Radwege“, erklärt Peter Mennicke weiter. In die Konzeption werden auch soweit wie möglich vorhandene Wege einbezogen. Außerdem wurden im Rahmen des Projektes verbindliche Qualitätsstandards entwickelt, die künftig beim Neubau und der Ertüchtigung von Radwegen zur Anwendung kommen sollen. „Die Ertüchtigung maroder Infrastruktur könnte unter anderem dazu beitragen, Lücken schneller zu schließen“, fasst der Pressesprecher zusammen. Derzeit werde für das Landesradverkehrsnetz eine Strategie entwickelt, die dann künftig auch die Radwegebedarfspläne von Land und Bund ablösen soll. Im Rahmen dieser Strategie werden auch die L 20 und die L 22 „anhand der örtlichen Randbedingungen geprüft und bewertet“, kündigt Peter Mennicke an. „Ob und wann eine Planungsaufnahme für einen Radweg von Klötze Richtung Kusey erfolgt, kann derzeit noch nicht beantwortet werden“, dämpft er die Erwartungen aber. 

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