Storchendrama in Hohenhenningen

Adebar mit Schrot vom Himmel geholt

Ein toter Storch liegt auf einer Wiese. Er ist mit einer Ladung Schrot vom Himmel geholt worden.
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In Hohenhenningen ist ein toter Storch gefunden worden. Eine Untersuchung ergab: Er wurde erschossen.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Ein toter Storch mit Einschusslöchern: Die Hohenhenninger Jäger haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Hohenhenningen – Ein wahres Storchendrama hat sich in Hohenhenningen abgespielt. Darüber sind nicht nur die Einwohner, sondern vor allem die Jäger empört. Am vergangenen Sonnabend hat Nico Senitz, Jäger und Mitpächter im Revier Hohenhenningen, einen toten Storch gefunden. Dieser kam offensichtlich durch Schüsse zu Tode. Das hat die inzwischen erfolgte Untersuchung des Kadavers im Stendaler Veterinäramt ergeben. Dass der Storch getötet wurde, hatte auch für den Horst in Hohenhenningen Konsequenzen. Denn es handeltet sich um den „Storchenvater“, der zusammen mit Frau Adebar zwei Jungstörche in dem Horst auf dem Hof von Marco Leneke zu versorgen hatte. „Ein Alttier allein schafft die Aufzucht nicht“, hat Nico Senitz erfahren. Denn er kontaktierte nach dem Totfund am 29. Mai zunächst den bekannten Storchenexperten Wolfgang Sender aus Wassensdorf. Dieser kam am nächsten Morgen nach Hohenhenningen und holte die beiden Jungstörche aus dem Nest. Sie wurden zur weiteren Aufzucht in die Auffangstation nach Lohburg gebracht. Die Storchenmutter war durch die Entwicklung ganz verwirrt: Erst kommt der Mann nicht zurück, dann sind auf einmal die Jungen weg ...

In Stendal untersucht

Derweil hatte Nico Senitz auch das Umweltamt des Altmarkkreises kontaktiert und über den Fund informiert. Die Behördenmitarbeiter holten den toten Storch zur weiteren Untersuchung nach Stendal ab. Nun erhielt Nico Senitz dann die Mitteilung: Der Hohenhenninger Weißstorch ist durch Schrotbeschuss zu Tode gekommen. Der Hohenhenninger und seine Mitjäger sind empört. Offensichtlich ist der große Vogel während des Flugs in der Luft abgeschossen worden. „Er wurde regelrecht vom Himmel geholt“, ärgert sich der Jäger und erinnert, dass Störche geschützt sind und auf sie nicht geschossen werden darf. Um den Täter zu ermitteln, haben die Hohenhenninger Jäger Anzeige erstattet – zunächst mal gegen Unbekannt. „Der Fall geht zum Staatsanwalt“, kündigt Nico Senitz an. Die Hohenhenninger Jäger hoffen, dass der Täter seinen Fehler einsieht und keine weiteren Störche abgeschossen werden.

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