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Für Immekath noch gut genug

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Nicht attraktiv und nicht am „richtigen“ Standort: Die Argumente, warum die Skaterbahn umgesetzt werden soll, sind vielfältig. Entscheidend ist: Die Anlage befindet sich nicht auf städtischem Grund. Allerdings ist statt Umsetzen nun ein Neubau im Gespräch.
Nicht attraktiv und nicht am „richtigen“ Standort: Die Argumente, warum die Skaterbahn umgesetzt werden soll, sind vielfältig. Entscheidend ist: Die Anlage befindet sich nicht auf städtischem Grund. Allerdings ist statt Umsetzen nun ein Neubau im Gespräch. © msc

Klötze. Es war im Klötzer Hauptausschuss der vierte Beschluss in Folge, der sich mit Ausgaben für die Kernstadt beschäftigte: Nach Förderprogramm Aktive Stadt, Busbahnhof und Sekundarschulparkplatz ging es um 100 000 Euro, die für den Ausbau einer Skateranlage nahe der Sekundarschule ausgegeben werden sollen.

Da platzte den beiden Vertretern aus den Ortsteilen, Hans-Jürgen Zeitz (UWG) aus Immekath und Henry Hartmann (CDU) aus Neuferchau, der Kragen: „Das ist in den Ortschaften unheimlich schwer zu vermitteln“, war sich der Neuferchauer sicher. Er forderte eine Entscheidung zwischen Skaterbahn und Dirt-Bike-Anlage. Letztere ist, so Bürgermeister Matthias Mann, „verschoben, aber nicht aus den Augen verloren. “ Ob die Anlage aber schon im nächsten Jahr am Zinnberg gebaut wird, darauf wollte er sich nicht festlegen. „Wenn wir die Skaterbahn beschließen, muss die Dirt-Bike-Bahn hinfällig sein“, forderte Henry Hartmann. Doch der Bürgermeister wollte sich nicht festnageln lassen: „Es gibt keinen Beschluss, dass wir eine Dirt-Bike-Bahn bauen, also brauchen wir auch keinen Beschluss, dass wir sie nicht bauen“, sagte er. Matthias Mann erinnerte an die überregionale Funktion der Skaterbahn, die auch von Kindern aus den Ortsteilen genutzt werden soll. „Die Anlage ist nicht nur für die Kinder aus Klötze“, betonte er.

Die bisherige Skaterbahn ist nicht attraktiv, es gibt kein Grün, die Jugendlichen sind mitten auf dem Präsentierteller. Und die Anlage befindet sich nicht auf städtischem Grund. Diese Argumente zählte Babett Riel von der Saleg für die Verlegung der Skaterbahn vom Busbahnhof auf eine andere Fläche im Stadtgebiet auf. „Die Bahn ist an dieser Stelle nicht richtig“, schätzt sie ein. Besser wäre es, die Jugendlichen in die sogenannte Bildungsmeile zu bringen.

Weil Planer Alexander Schrader zur Hauptausschusssitzung nicht kommen konnte, ist außer den Abmaßen für die Bahn mit 35 mal 15 Metern und der Konstruktion aus Flüsterbeton noch nicht viel bekannt. Am Mittwoch im Stadtrat soll der Planer sein noch mit heißer Nadel gestricktes Projekt vorstellen. Sicher ist, dass die Stadt einen 14-prozentigen Eigenanteil trägt, der Rest wird über die Stadtsanierungsmittel finanziert. Deshalb hält die Verwaltung am Standort neben der Sekundarschule fest, rückt nach Kritik der Lehrerschaft (wir berichteten) die Anlage aber etwas weiter in Richtung Zichtauer Weg.

„Wir brauchen keine zwei Anlagen in Klötze“, sagte Hans-Jürgen Zeitz. Die Jugendlichen sollten die „herrliche Landschaft“ zum Radfahren nutzen. Ihn störte zudem, dass ausschließlich in Klötze investiert werden sollte. Da die Skaterbahn nach neuesten Vorstellungen neu gebaut werden soll, stellte Hans-Jürgen Zeitz den Antrag, die alten Elemente nach Immekath umzusetzen und dort von den Stadtmitarbeitern aufbauen zu lassen. „Immekath würde gern die alten Geräte nehmen, für uns sind sie gut genug“, erklärte der Immekather Ortsbürgermeister. Wo sie im Ort aufgestellt werden sollen und wie der dafür notwendige befestigte Untergrund geschaffen wird, ließ er allerdings offen.

Stefan Thodte (Linke) konnte sich dagegen mit dem gefundenen Kompromiss gut anfreunden. Wichtig war ihm, dass die Anlage begrünt wird und zum Wohlfühlen einlädt. „Wir sollten den Beschluss nicht an Bedingungen knüpfen“, ermahnte er seine Hauptausschusskollegen. Schließlich könne keiner wissen, „was in drei bis vier Jahren ist.“

Mit fünf Ja-Stimmen der Hauptausschussmitglieder sowie der beiden Gegenstimmen von Hans-Jürgen Zeitz und Henry Hartmann empfahl der Hauptausschuss den Grundsatzbeschluss zum Neubau einer Skaterbahn. „Am Ende entscheidet der Stadtrat“, betonte Matthias Mann. Das Votum wird am Mittwoch, 24. April, ab 19 Uhr im Ratssaal fallen.

Von Monika Schmidt

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